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Die Salpetererunruhen im Hotzenwald

          

Der Salpeterer-Hans im Roten Bären zu Freiburg 
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In der Jubiläumsausgabe der „Badischen Heimat“ im September 1999, berichteten Monika Hansen und Gerd Kalkbrenner aus der Geschichte des Gasthofs "Zum Roten Bären" „roter-baeren.de/metanav/impressum“ in Freiburg.
Ich möchte auf dieser Seite an Ereignisse erinnern, die rund zweihundertsiebzig Jahre zurückliegen und die eng mit der Stadt Freiburg als ehemaligem Regierungssitz der Habsburger Herrschaft in Breisgau und Schwarzwald im Allgemeinen und mit dem Gasthaus „Bären“ im Besonderen verbunden sind.
In nicht wenigen Gaststuben hängen sogar Bilder an der Wand, die uns zeigen, dass bekannte Sportler, Politiker oder Künstler hier einkehrten. Auch im Bären finden wir Aufzeichnungen darüber. 50 Generationen Bärenwirten werden bezeugt durch die geschriebene Geschichte (Hansen und Kalkbrenner 1999, S.684). "Sie bieten viele Geschichten an zum Erzählen über die Menschen, die hier zu Gast waren" schreiben Monika Hansen, geb. Riedmüller und Peter Hansen, Bärenwirte seit 1969, in einem Faltblatt, dem auch das Bild entnommen ist.

 

             

 

Über eine Persönlichkeit, nach der eine ganze Periode der Geschichte im achtzehnten Jahrhundert des vorderösterreichischen Schwarzwaldes benannt wurde und die fast neun Monate lang im Bären lebte, gibt es aber keine Aufzeichnungen. Ich meine den unfreiwilligen Aufenthalt des Salpetersieders und Einungsmeisters Hans Fridolin Albiez aus Buch im heutigen Hotzenwald. Er wurde zu seiner Zeit kurz der "Salpeterer-Hans" genannt und seine Anhänger die "Salpeterer". Er gehört aber zur Geschichte dieses Hauses, das, nur wenige Jahre vor seinem Einzug dort als Arrestant, vom damaligen Bärenwirt Johannes Strohmeier übernommen worden war.
Ich war allerdings überrascht, als ich bereits im ersten Kontakt mit Frau Hansen erfuhr, dass ihr dieser historische Gast des Bären, wenn auch nur dem Namen nach, bekannt war. Das ist nicht selbstverständlich. Noch bis vor einer Generation war es üblich und bezeichnend für das Geschichtsverständnis unserer Vorfahren, dass Persönlichkeiten und Ereignissen aus der Geschichte nur dann gewürdigt wurden, wenn sie sich - im Verständnis der jeweils mächtigen Obrigkeiten - Verdienste erwarben. Von jenen aber, die sich gegen sie wandten, ihnen Widerstand entgegensetzten oder sie gar bekämpften, wurden nur wenige für die Geschichtsbücher ausgewählt. Die meisten wurden verschwiegen und vergessen. Ein Beispiel hierfür sind die Salpeterer und der Mann, der dieser Bewegung den Namen gab, der Salpeterer-Hans. Obwohl immer wieder mal in Tageszeitungen, Fachzeitschriften oder Büchern über sie berichtet wurde, findet der interessierte Besucher unserer Landschaft nur wenige, die ihm etwas darüber erzählen könnten. Kein Denkmal wurde dem Salpeterer errichtet, kein Bild ist von ihm gemalt worden. Sein Haus, wurde, wie Konrad Sutter aus Waldshut berichtete, in den dreißiger Jahren abgebrochen. Keine Gedenktafel erinnert an dieser Stelle an diesen aufrechten und eigensinnigen Bauernrebellen, der bereits zu seiner Zeit den passiven Widerstand organisierte und mit friedlichen Mitteln versuchte, jene Freiheiten zu bewahren, von denen er überzeugt war, dass sie von den Mönchen des Kloster St. Blasien bedroht seien. Sogar Bürgerinnen und Bürger aus Buch, wo der Salpeterer daheim war, die dort geboren und aufgewachsen sind, wussten bis in die jüngste Zeit hinein mit seinem Namen nichts anzufangen. Dagegen wurden seinem Hauptwidersacher unter den Einungsmeistern, dem Müller von Unteralpfen, viele Ehren zu teil. Dessen Bildnis ist bis heute in seiner Mühle zu sehen und findet sich in den Büchern über den Wald und in den Chroniken wieder. Auch sein Haus blieb erhalten und steht unter Denkmalschutz.

Hons Fridlin alt büetz, wie er selbst in überlieferten Urkunden unterschrieb, war hoch gewachsen, körperlich kräftig, mit hellen Augen und langem Bart. Im Gegensatz zu den meisten Bauern auf dem Wald konnte er lesen und schreiben. Hans Friedolin Albiez, so schreiben wir den Namen heute, war Eigenmann des Klosters St. Blasien und bewirtschaftete den "Getsteinhof" in Buch auf dem Estelberg, eine Gemeinde, die heute zu Albbruck gehört. Vermutlich erhielt er, sowohl weil er schriftkundig war, als auch wegen seines guten Leumundes das Recht, Salpeter zu sammeln und zu sieden. Salpeter war seit den Zeiten des Franziskanermönches Berthold Schwarz, der 1354 das nach ihm benannte Schießpulver entdeckt haben soll und dessen Denkmal auf dem Freiburger Rathausplatz steht, für die Pulverherstellung unentbehrlicher Rohstoff. Der Kalisalpeter wurde gewonnen, indem die Ausblühungen an den Dunggruben von den Wänden geschabt und dieses mit reichlich Dreck durchsetzte Rohsalpeter in einem sinnreichen Verfahren herausgekocht, gefiltert und gereinigt wurde. In Säcken abgefüllt wurde es von der Salpeter-Siederei des Hans Fridolin Albiez auf seinem Hof in Buch in die Pulvermühlen des vorderösterreichischen Breisgau abgefahren. Im Görwihler Heimatmuseum ist, nicht zuletzt um an die Salpetererunruhen zu erinnern, so eine Salepeter-Siederei aufgebaut worden.
Vieles von dem, was wir heute vom Salpeterer-Hans noch wissen, beruht auf den Schilderungen des Benediktinermönchs und Pfarrers von Gurtweil Josef Lukas Meyer, der 1821 starb. Meyer war der erste, der eine Geschichte der Salpeterer geschrieben hatte. Da er das Hauenstein-Archiv in Dogern einsehen konnte und über Albiez von Menschen erzählen hörte, deren Eltern oder Großeltern den Salpeterer noch kennen gelernt hatten, so vermutet Jakob Ebner (1953, S. 18), wird Meyers Darstellung sehr wahrscheinlich zutreffend sein. Der Salpeterer-Hans kam jahrein jahraus durch seine Tätigkeit von Hof zu Hof. Er war mit den Jahren auch recht wohlhabend geworden und das, was man einen angesehenen Mann nennen kann. Die Bauern gaben etwas auf sein Wort. Meyer schreibt: "Aus seinen tiefliegenden Augen blickten scharfe Funken hervor. Sein Gewerbe... hatte ihm eine feine, verschmitzte Weise eigen gemacht. Mit einem ernsten und düsteren Sinn verband er den Schwung einer üblen Einbildungskraft. Mit dem Selbstgefühle sammelte sich Übermut und Rauheit in seinem Gemüte an... Man achtete den Salpeterer als einen frommen Mann, weil er oft nach Todtmoos und Einsiedeln wallfahrte, den Rosenkranz betete und fleißig zur Kirche ging..." (Meyer 1834, S. 4).
Was Hans Albiez sagte, war offenbar gut bedacht und nichts lässt darauf schließen, dass er ein Schwätzer gewesen war. Es hätte ihn wohl auch niemand zum Einungsmeister erkoren, zu dem er, der geltenden Wahlordnung folgend, ein Jahr ums andere in der Einung Birndorf gewählt wurde. Die Einungsmeister waren von alters her die Vertreter der bäuerlichen Selbstverwaltung, die bis in die Mitte des achtzehnten Jahrhunderts hinein in der "Grafschaft Hauenstein", bestand.

Der Salpeterer-Hans dachte sehr viel über diese politische Verfassung nach und darüber, warum es einerseits "freie" Bauern, das waren die, die nicht dem Kloster St. Blasien gehörten und andererseits Leibeigene und Hörige gab, zu denen auch er als Inhaber eines St. Blasianischen "Erblehens" in Buch gehörte. Zwar war die von den Mönchen des Klosters ausgeübte Herrschaft recht milde und die Leibeigenschaft den Betroffenen in der Regel mehr wirtschaftliche Sicherheit und persönlichen Schutz gab, als der Status eines Freien, so achteten die Hauensteiner Bauern ganz allgemein darauf, dass ihnen das Kloster nicht allzu mächtig wurde und ihnen die direkte Unterstellung unter das Haus Habsburg, an dem die freien Bauern sehr hingen, nicht aushöhlte. Allein das Bewusstsein: direkt dem Kaiser und den ihn vertretenden Waldvogt unterstellt zu sein, machte die Essenz der Freiheit aus, um die es dann ging.

Persönlich, so sahen wir, war der Salpeterer-Hans kein "Freier" und insofern als St.-Blasianischer Eigenmann nicht betroffen. Doch als Vertreter aller Bauern, also der freien und der unfreien, die als Einungsgenossen alle gleiche Rechte und Pflichten hatten, wollte er Macht und Einfluss der Mönche begrenzt wissen. Diese Vorstellungen beruhten nicht allein auf den eigenen Ideen und Erfahrungen. Der Streit der Hauensteiner mit dem Kloster St. Blasien hatte Tradition, wie unter anderen Karl-Friedrich Wernet in einer Schrift nachwies. Es schon während des Bauernkrieges kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Kloster und der Bauernschaft ihnen gegeben.

Als die Äbte des Klosters an der Schwelle zum achtzehnten Jahrhundert daran gingen, das während der vorangegangenen Kriegszeiten entstandene Durcheinander von Abgaben und anderer Verpflichtungen ihrer Untertanen zu ordnen, kam Unruhe ins Land. Vieles war ausgeschliffen und gern in Vergessenheit geraten. Nun mussten mit Hilfe der mit Brief und Siegel im Klosterarchiv wohlverwahrten Dokumente, die gegenseitiger Rechte und Pflichten zwischen Kloster und Untertanen wieder in das Bewusstsein zurückgeholt werden. Das geschah, unter Beteiligung der gewählten Einungsmeister und der vorderösterreichischen Regierungsstellen zunächst beim Dinggericht in Remetschwiel 1719 und ein Jahr später in Dogern, dort, wo im Wirtshaus die Urkunden der bäuerlichen Selbstverwaltung (die "Einungs-Lade") aufbewahrt wurden. In Dogern saßen die Vertreter des Klosters und Einungsmeister beisammen, prüften die Urkunden und bemühten sich um die Regelung aller Zuständigkeiten. Am Ende kam in Anwesenheit des Waldvogts ein Vertrag zustande, der "Dogerner Rezess", der nun Grundlage der Rechtsbeziehungen und Abgaben werden sollte.

Der Salpeterer-Hans, der in diesem Jahr gerade kein Einungsmeister war, vertrat die Auffassung, dass die Einungsmeister, die das Abkommen unterzeichnet hatten, hierzu nicht ermächtigt gewesen seien. "Sie wollten das Land an das Kloster verkaufen" mit dieser Parole zog er durch die Grafschaft. Seine Anhänger wurden in der Folgezeit "Salpeterer" oder "Unruhige" genannt. Ein Gegner unter den Einungsmeistern, einer der zu den Unterzeichnern des Abkommens gehörte, war der vierzig Jahre jüngere Müller von Unteralpfen, der zum Exponenten der "Ruhigen" wurde. Dessen Mühle lag nur etwa eine halbe Stunde zu Fuß vom Hof des Salpeterer-Hans entfernt. Dass dieser sich, trotz seiner 71 Jahre, im Sommer 1726 sogar nach Wien auf den Weg machte, um mit dem Kaiser direkt zu verhandeln mit dem Ziel, die Bestätigung der alten Freiheiten zu erreichen, war für die damalige Zeit eine geradezu ungeheuerliches Ereignis. Sowohl die Bauernschaft als auch die Mönche des Klosters St. Blasien und die weltlichen Obrigkeiten in der Grafschaft und in Freiburg wiesen dieser eigenmächtigen Reise eine große Bedeutung zu. Günther Haselier meint sogar, dass die Behörden und das Kloster in Albiez Verhalten den Beginn einer Revolution befürchteten. Wieder aus Wien zurück, wo er zwar dem Kaiser sein Memorandum überreichen konnte, dann aber von Hofbeamten wieder zurückgeschickt worden war, hatte seine Popularität im Wald noch mehr zugenommen. Seine Agitation, vor allem gegen die am Dogerner Rezess beteiligten Einungsmeister, spaltete die Bauern. Die Unruhen nahmen zu und zeigten sich in der offenen Missachtung von Versammlungs- und Redeverboten. Zum 23. Oktober 1726 bestellte die vorderösterreichische Regierung den Salpeterer-Hans nach Freiburg, wo er in Gewahrsam genommen wurde. Bis Anfang Januar 1727 behielt man ihn im "Regimentshaus". Am 7. Januar 1727 wurden er und vier andere Salpeterer in je einem Gasthof verteilt und dort in Gästezimmern eingeschlossen. Albietz kam in den "Bären", wo ihm ein Zimmer im zweiten Stock als Arrestlokal zugewiesen wurde. Dort blieb er, ohne Gerichtsverhandlung und ohne Fristen in Haft. Es war in jenen Zeiten durchaus nicht unüblich, Arrestanten, die nicht als Verbrecher galten und auch keinen Prozess zu erwarten hatten, statt in einen Kerker in einen Gasthof unterzubringen.

Es ist uns nicht überliefert, wie es dem Salpeterer-Hans während seiner Zeit im Bären erging. Wir wissen, dass er auch von dort aus fleißig die Messen besuchte und zum beichten ging. Wir dürfen weiter annehmen, dass sein Wohlstand ihm eine nicht allzu strenge Haftzeit ermöglichte. Er konnte sowohl die ihn bewachenden Soldaten zu einem Trunk einladen als auch sich von dem Bärenwirt Johannes Strohmeier ein rechtes Essen vorsetzen lassen. Außerdem haftete die bäuerliche Selbstverwaltung für die dem Bärenwirt entstehenden Kosten. Am 4. November 1727 wurde Johannes Stromeier von den in Dogern versammelten Einungsmeistern mitgeteilt, dass die ganze Grafschaft für die Übernahme der Schuld "bey Heller und pfennig" bürge.

Von der Außenwelt war Albiez keineswegs abgeschlossen. So wanderte zum Beispiel das "rote Maidli", die ledige Anna Wasmer, aus Buch-Haide, häufig nach Freiburg und zurück und brachte ihm mit frischer Wäsche Botschaften von seinen Angehörigen und über den Stand der Bemühungen seiner Anhänger. Auf diese Weise erhielten seine Anhänger Anfang Mai 1727 von ihm die Weisung, dem neuen Abt Franziskus II. die Huldigung zu verweigern, solange in der Huldigungsformel von Leibeigenschaft die Rede sei. Mit der Verweigerung des Huldigungseids trieben die Salpeterer-Unruhen einem ersten Höhepunkt entgegen.

Wenige Tage zuvor waren am 29. April 1727 sogar zwei Salpeterer als Abgesandte der Grafschaft nach Freiburg gekommen und hatten der Regierung ein Schreiben überbracht, in dem ihr mitgeteilt wurde, dass der Albiez in Abwesenheit erneut zum Einungsmeister gewählt worden war. Um dieses Amt antreten zu können, müsse er aber persönlich den Eid leisten. Danach, so verpflichteten sich die Hauensteiner in dem Brief, wolle man den Salpeterer-Hans wieder in seinen Arrest zurückbringen. Die "allergnädigste Landesfürstliche Herrschaft" erlaubte freilich die vorübergehende Freilassung nicht, beklagte sich darüber, dass man einen, "der von der Obrigkeit in dem Arrest und in Inquisition verfangen ist" gewählt hatte. Die Einungsgenossen sollten schleunigst einen anderen Kandidaten benennen.

Übrigens waren die Deputierten der Grafschaft, nachdem sie durch das obere Tor (Schwarzwald-Tor) Freiburg betreten hatten, sogleich im Bären eingekehrt. Lag doch das Wirtshaus gleich linker Hand nur wenige Schritte vom Tor entfernt. Dort saß der Salpeterer-Hans in der Gaststube und habe ein Kirschwasser getrunken. Sie hätten aber nicht miteinander gesprochen, versicherten die Wirtin und ein Dienstmädchen später Johannes Strohmeier, dem Wirt, der an dem Tag wo anders zu tun hatte. Offenbar war dieser für die Sicherheit und Isolation des Salpeterers mit verantwortlich und musste der Behörde gegenüber Rechenschaft ablegen.

Aus Apothekerrechnungen lässt sich schließen, dass er sehr krank wurde. "Das Zimmer wurde immer enger, die Wände drohten über ihn herzufallen, er bekam keine Luft mehr", so beschreibt Emil Müller-Ettikon seinen Zustand (S. 44). Die Regierung hatte nach der Frau des Albiez, Maria Enderlin, geschickt. Sie pflegte ihren Mann in seinen letzten Wochen. Am 29. September starb der Salpeterer-Hans vormittags um 10,00 Uhr im Beisein seiner Frau. Vom Abt Franziskus von St. Blasien, der in diesen Tagen in Freiburg war, ist ein in St. Peter am 29. September 1727 verfasstes Handschreiben erhalten, in dem dieser bestätigt, das "deß verstorbenen Eheweib bis auf den letsten abtruckh zugegen geweßen (sei) undt habe die guethe und sorgfältige abwarthung von selbsten mit augen gesehen"
(Generallandesarchiv Abt. 113 / 224).
Diese Geschichte um den Salpeterer-Hans - und hier meine ich besonders das Geschehen in und um den Roten Bären im Jahre 1727 - ist nun auch "in Szene" gesetzt worden. In dem Stück "
D´Salpeterer vo Buech", das am 15. Juli 2005 vor dem Gasthaus "Engel" in Buch / Gemeinde Albbruck uraufgeführt wurde, erscheinen der "Rote Bär" (als gemalte Kulisse), darin - hinter geöffnetem Fenster - der Salpetererhans und vor dem Haus das rote Maidli, das ihm Wäsche bringt und Schriftstücke austauscht. Im Verhör durch die Obrigkeiten bekennt sie unter anderem später: " Ich bi z`Friburg im Bärewirtshuus hiterem Huus uff ere Bank g`sesse und do isch so e Zettel vu de Laube obea´keith. Dä han ich denn uffg`hebt und bi gange... Ich ha aber not g´wüsst, wer dä Zettel vu de Laube abeg´kheit hät".
Dieses Verhörprotokoll ist überliefert (GLA Abt. 113 / 224) und Christa Kapfer, die Autorin des Schauspiels, hat sich getreu an den Originaltext gehalten. Auch das Sterben des Salpeterers in Gegenwart eines Geistlichen und seiner Frau in seinem Zimmer im Roten Bären lässt Christa Kapfer die Zuschauer miterleben. Das Theaterstück hat eine "gute Presse" bekommen und wurde zu einem großen Erfolg für Autorin, Darsteller und Veranstalter.
Auf diese im wahrsten Wortsinne "dramatisierte" Weise wurde sehr anschaulich, dass das Gasthaus zum Roten Bären beziehungsweise seine Wirte immer wieder Zeugen und sogar Mitwirkende bedeutsamer historischer Ereignisse wurden.

Literatur:
Hansen, Monika u. Kalkbrenner, Gerd: Der Freiburger Gasthof "Zum Roten Bären" gestern und heute. In: Bad. Heimat 3/1999, S. 680 - 686
Meyer, Joseph Lukas: Geschichte der Salpeterer auf dem südöstlichen Schwarzwald. Herausgegeben von Heinrich Schreiber Freiburg 1834
Müller-Ettikon, Emil: Die Salpeterer. Freiburg 1979
Rumpf, Joachim: Die Salpetererunruhen im Hotzenwald. Wolpadingen 2/2003 und http://www.salpeterer.net
Schmid, Adolf: "Zum Roten Bären in Freiburg": Generationenwechsel. In: Bad. Heimat Nr. 4/2004, S. 475-476
Wernet, Karl Friedrich: Die Grafschaft Hauenstein. In: Vorderösterreich. Hrsg: Friedrich Metz; 2 Bde., Freiburg 2/1967, Bd. 2, S. 404 - 436


© Dr. Joachim Rumpf
Juli 2005, überarbeitet 09.03.2008

 

Adolf Schmid, der Landesvorsitzende des Vereins "Badische Heimat", hat im Heft 3/2004 der Zeitschrift "Badische Heimat" über den Generationswechsel berichtet, der sich im Herbst 2004 vollzog. Seit 1929 wirtet die Familie Riedmüller im ältesten deutschen Gasthaus. Monika Riedmüller-Hansen zog sich nun mit ihrem Ehemann aus dem Alltagsgeschäft zurück. Beide fanden in der Familie Eschger Nachfolger, so dass "die Bärenwirtstradition auch unter neuer Leitung erfolgreich fortgeführt werden kann..."
(aus Badische Heimat 3/2004, S. 475 f)

 

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Die Freiburger "Bären" - Wirte Monika Riedmüller-Hansen und Peter Hansen (rechts im Bild) und die neuen Pächter Claudia und Wolf Eschger mit ihren Kindern Paula und Bruno sieht man in:
Badische Heimat Nr. 3/2004, S. 475)

 

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