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Aufsätze zur Zeitgeschichte

 

Persönliche Meinung zum Einsatz von NATO-Soldaten
im afghanischen Bürgerkrieg

 

 



Ich habe auf dieser Homepage bisher zum Krieg in Afghanistan geschwiegen. Wer, wie ich, ein bedingungsloser Gegner aller militärischen Kampfeinsätze ist, hat natürlich kein Verständnis für den Einsatz von NATO-Soldaten, ganz gleich, wo und warum auch immer. Als ich in diesen Tagen unsere Zeitung aufschlug, erinnerten mich einige Beiträge an meine Kindheit und Jugend im und nach dem Zweiten Weltkriege. Was sind wir Deutschen nach Strich und Faden belogen worden, als unsere Väter - zum Teil bis zum Stehkragen angefüllt von Enthusiasmus - 1939 in einen Krieg zogen, dessen Gründe und Ziele in Wahrheit gegen uns selbst gerichtet waren und nur einer verschwindenden Minderheit genutzt hätten bzw. haben.


Der Karsai-Clan regiert Afghanistan, als ob es sich bei diesem Land um Privateigentum der Sippe und einiger Freunde aus dem eigenen Popalzai-Stamm handelt. Ahmed Wai Karsai zum Beispiel hat als erster verstanden, dass er die internationale finanzielle, politische und militärische Unterstützung als Königsmacher in Afghanistan einsetzen könnte…Die Karsais und der Popalzei-Stamm stehen mit dem Rest des Landes auf Kriegsfuß…
(aus: Forsberg, Carl: Politik und Macht in Kandahar" In: Badische Zeitung Freiburg am 16. Juli 2010, S. 3)


Es ist doch gut zu wissen, wofür ein junger Mensch sterben darf. Die Hinterbliebenen von bisher 39 toten deutschen Soldaten in Afghanistan hat  allein die Bundeswehr zu versorgen. Mit militärischem Zeremoniell wurden und werden Leichen überführt. Dabei ist dann viel von Ehre, ja sogar von "Verteidigung westlicher Werte", "Verteidigung der Demokratie im Kampf gegen den terroristischen Fundamentalismus" die Rede. Zu den westlichen Werten gehört zum Beispiel, dass die politische und wirtschaftliche Macht der Konzerne bzw. Großaktionäre ebenso wenig angetastet werden, wie die Konzentration von gesellschaftlichem Einfluss und Geldvermögen in den Händen einer Minderheit, deren Interessen im Prinzip vergleichbar sind mit den Bestrebungen des Karsai-Clans in Afghanistan.

Noch viel schlimmer sieht es bei der US-Army aus. In der Badischen Zeitung war auf Seite 3 im Juli 2010 ein Bericht über einen jungen Amerikaner erschienen, der in voller Überzeugung, am Hindukusch die USA verteidigt zu haben, dort umgekommen ist und sein Bruder daraufhin freiwillig an dessen Stelle treten will. Auch er will, infiziert von einer bestimmten Art des us-amerikanischen Patriotismus, der mich an das Sendungsbewusstsein deutscher Elitetruppen im Zweiten Weltkrieg erinnert, nach Afghanistan gehen, um dort für bestimmte us-amerikanische Idealismen (die nach meiner Überzeugung nur in seinem Kopf existieren) zu kämpfen. Es war Karl Marx, der  in der Einleitung zur "Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie" geschrieben hatte, dass die "Theorie zur materiellen Gewalt wird, wenn sie die Massen ergreift" ). Nun, es braucht keine Massen, wenn eine Führungsklique nur genügend Menschen findet, die ihren "Ideen" folgt und für sie die Kastanien aus dem Feuer holt.

Sollten die Mitglieder des Karsai-Klans in Afghanistan davon erfahren, würden sie sich zweifellos die Hände reiben ob der Verblendetheit dieser ausländischen Männer, die mit ihrem Leben dafür einstehen, dass der Reichtum und die Macht der absolutistisch regierenden Diktatoren vom Schlage eines Hamid Karsai geschützt und verteidigt werden. Und ergänzen lässt sich: wo immer auf dieser Welt die wirtschaftlichen Interessen der USA bedroht sind, werden Soldaten hin entsandt. Die stehen mit ihrem Leben dafür ein, eine Demokratie zu verteidigen, die mehr als reformbedürftig ist.

 

Dr. Joachim Rumpf
Görwihl im Juli 2010

j.rumpf@gmx.de


 

 

Der Einsatz von deutschen Soldaten in Afghanistan ist nur ein Beispiel für eine verwerfliche, dem Verfassungsauftrag widersprechende  Militärpolitik. Gesteuert von deutscher Waffenlobby und ihren Freunden in den Regierungsparteien werden unter den fadenscheinigsten Gründen die Herstellung und der Vertrieb von Waffen von staatlicher Seite gefördert und legitimert. Sogar mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung wird der Export von Rüstungsgütern verteidigt.
Ihm widmet sich der folgende Beitrag:

waffen
Militaer

 


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