Beschreibung: pflug

Aufsätze zur Zeitgeschichte

 

 

Persönliche Meinungen zu politischen Entwicklungen der Gegenwart

 

 

 

Äußerungen zur Zeitgeschichte

Bei der Durchsicht meiner Dateien fand ich einige Aufsätze mit historisch-politischen Inhalten, die aus jeweils aktuellen Anlässen verfasst worden waren. Sie wurden bisher nirgendwo veröffentlicht. Ich meine aber, dass sie nicht weiter in meiner Festplatte schlummern sondern interessierten Besuchern zur Verfügung gestellt werden sollten. Es handelt sich zwar um keine Dokumente des Widerstandes, wie es unter diesem Dateiordner zu erwarten wäre, sondern um kritische Analysen aus persönlicher Perspektive. Es werden eigene Erinnerungen und Erfahrungen mit zeitgenössischen politischen Ereignissen oder Äußerungen aus Politik, Wirtschaft oder Kultur verknüpft, wobei weder ein Anspruch auf Allgemeingültigkeit noch auf Repräsentativität geltend gemacht wird.



Ein Hinweis erscheint mir noch wichtig:
Aus meinen Auffassungen über unsere Gesellschaft, über Frieden, Erhaltung unserer natürlichen Ressourcen und - selbstverständlich - die über unser Erziehungs- und Bildungssystem - habe ich während der Jahrzehnte, in denen ich in Erziehungs- und Bildungseinrichtungen unterrichtete, lehrte und forschte, nie einen Hehl gemacht. Ich kenne auch keine meiner ehemaligen Schüler oder Studenten, soweit sie heute im Beruf stehen und mit mir Kontakt haben, die diametral entgegengesetzte Positionen vertreten. Vernunft zeigt Wirkung und relativiert den Einfluss von Ideologien, Werbungen und Lobbyisten.

 

Ich möchte außerdem aus gegebenen Anlässen, persönliche Meinungen zu politisch aktuellen Ereignissen in dieser Abteilung veröffentlichen.

Diese Seite beginnt mit einem offenen Brief, den ich an den außenpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagfraktion zum Thema "Einsatz deutscher Soldaten in Krisenregionen" richtete, der - wie anders kaum zu erwarten war - ohne Antwort blieb.

 

 

 

1.

Zum Einsatz deutscher Soldaten in Krisenregionen

Anlass: Nach den Meldungen im SWR 2, lehnten zwei Drittel der deutschen Bevölkerung einen Einsatz deutscher Soldaten in Afrghanistan ab.
In der Sendung "Tagesgespräch" im SWR 2 nahm der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion hierzu Stellung.

 

Am Morgen des heutigen Tages (03. 08. 2007) erklärte der außenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion. Professor Gerd Weißkirchen aus Heidelberg, in einem Interview des SWR 2 zum Thema deutsche Soldaten in Afghanistan und die Ablehnung dieses Engagements von einer Mehrheit hierzu befragter deutscher Bürgerinnen und Bürger:
"Die deutsche Öffentlichkeit muss akzeptieren lernen" (1), dass die Bundestagsabgeordneten deutsche Soldaten in Krisengebiete schicken…

Meine Reaktion auf diese Bemerkung:

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags müssen akzeptieren lernen, dass Ihre politischen Entscheidungen ebenso wenig von der Mehrheit der Deutschen mitgetragen werden, wie sie als Personen in ihren Rollen als Politiker für diese Mehrheit der Deutschen glaubwürdig sind und Vertrauen verdienen.

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags müssen akzeptieren lernen, dass ihre politischen Entscheidungen von einer immer größer werdenden Zahl deutscher Menschen abgelehnt werden. Sie regieren also nicht im "Namen des deutschen Volkes", sondern gegen das Deutsche Volk.

Sie verraten seine Interessen (die zum Beispiel in einer strikten Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten wie zum Beispiel Irak, Afghanistan u. a. bestehen) und geben für dergleichen Abenteuer einen immer größer werdenden Anteil an Steuern aus, die sie diesen deutschen Menschen gegen deren Willen aus der Tasche zwingen.
Dass man in der Weltgemeinschaft auch eine andere Haltung einnehmen kann, beweisen u. a. Schweden oder die Schweiz.

Das deutsche Volk hat auf diese Politik keinen Einfluss. Und diese Erfahrung führt dazu, dass die im Bundestag vertretenen Parteien einen immer kleineren Teil der wahlberechtigten Bevölkerung und zum Beispiel die SPD oder die CDU jeweils nur eine Minderheit dieser Wahlberechtigten vertreten. Die Zahl der Wähler wird sich weiter verringern und die unbelehrbaren Politiker werden weiter hinstehen und in Oberlehrermanier verkünden:
"Die Deutschen müssen (unsere Auffassungen) akzeptieren"…

Heute Morgen kam im Interview das inzwischen abgedroschene Totschlagargument von der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus. Die Politiker müssen akzeptieren lernen, dass sie uns nicht für blöd verkaufen können.
Die Bedrohung streitet niemand ab und sie ist auch ernst zu nehmen. Doch die Ursachen dieser Bedrohung, die nicht zuletzt in der Arroganz und Überheblichkeit US-amerikanischer und anderer imperialistischer Interessenpolitik ihre Wurzeln hat (man denke nur an die zynische Rolle der USA in den Konflikten im arabischen Raum einschließlich Afghanistans schon während der russischen Besetzung) werden schamhaft übergangen. Da hätte der Deutsche Bundestag schon seit Jahrzehnten die Pflicht gehabt zu sagen: Ohne uns! Statt bedingungslos ein Bündnis zu pflegen, das sich auch gegen unsere Lebensinteressen auszuwirken beginnt.

So schlecht so gut: Ich kann nichts daran ändern. Ich persönlich bin für diese deutsche Politik auch nicht verantwortlich und nie verantwortlich gewesen, da ich noch keine Partei wählte, die mitregierte. Nur: meine Meinung sollte einmal mitgeteilt werden - auch wenn sie von den Betroffenen nicht zur Kenntnis genommen wird.

Anmerkung:

wörtlich wurde gesagt:
"...die deutsche Öffentlichkeit muss auch akzeptieren lernen, dass wir bereit sind, Verbrecher, wenn die internationale Staatengemeinschaft, die UNO, sich also darauf verständigt, anderswo zu bekämpfen..."

Gegenfragen: Würden die USA und ihre Verbündeten auf militärische Interventionen und weitere Aufrüstungen verzichten und sich statt dessen auf humanitäre Hilfen beschränken (wenn garantiert ist, dass diese Hilfen nicht bei korrupten Politikern und Militärs hängen bleiben), wenn die internationale Staatengemeinschaft das so wünscht?

Und zum Afghanistan-Konflikt:
Glauben die US Regierung und ihre Verbündeten wirklich, man könne einer anderen Kultur (und den vielen Subkulturen in Afghanistan) mit Waffengewalt die eigene aufzwingen?

Ergänzung:

Noch immer müssen deutsche Soldaten in einem Krieg (kriegsähnliche Situation, sagt der neue Verteidigungsminister der BRD) ihren Kopf hinhalten. Es wird sogar angedacht, deutsche Soldaten auch in andere Krisenregionen der Welt zu entsenden.
Eine derartige Politik, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten und Völker einzumischen und hierfür "Deutsche an die Front" zu schicken, betrachte ich als ebenso fragwürdig wie unverantwortlich.

Görwihl im November 2009

 

 

2. Markt ohne Kontrolle

Oder: Wie unsere Wirtschaftswirklichkeit das Grundgesetz mit Füßen tritt

 

Es erscheint als erster Schritt zu einer radikalen Änderung unserer Wirtschaftspolitik als zweckmäßig, den Repräsentanten und Managern von Konzernen und anderen Wirtschaftsunternehmen zu untersagen, ungefragt auf wirtschafts- oder gar gesellschaftspolitische Entscheidungen Einfluss zu nehmen.

 

Zur Begründung dieses Vorschlags dienen jedermann bekannte bzw. zugängliche Informationen. Hierzu gehört die Tatsache, dass zum Beispiel die deutschen Stromkonzerne die Strompreise zum Nachteil der Stromverbraucher manipulieren, um ihre Gewinne zu maximieren.

Damit schaden sie, gemeinsam mit Banken und Fonds, die mit Strom handeln, jedem Verbraucher, der die Gewinne –auch die der Manager -  durch höhere Strompreise zu bezahlen hat.

Mit diesen Tatsachen (vgl. dazu: „Markt ohne Kontrolle. Der Handel mit Strom in Deutschland“, SWR2 Wissen – Manuskriptdienst von Dienstag, d. 29.03.2011 zu entnehmen / Autor: Manuel Walz)   wird zum Beispiel die  Argumentation von CDU–Politikern Lügen gestraft, nach der die Abschaltung von Kernkraftwerken und die Umstellung auf alternative Energieproduktion zu höheren Strompreisen führen. Die Preissteigerungen seit der Liberalisierung des deutschen Strommarktes – allein zwischen 2003 bis 2006 haben sie sich verdreifacht – sind dem Gewinnstreben der größten deutschen Produzenten geschuldet. Und so wird es weitergehen!

Darum müssen die Machtverhältnisse in der Bundesrepublik geändert werden. Unter der schwarz-gelber Regierung wird das nicht geschehen. Der Einfluss der Konzerne bzw. ihrer Lobbyisten auf Gesetzgebungsverfahren ist größer, als der der Verbraucher und ihrer Vertretungen. Die enge Verflechtung von Streben nach maximalen Gewinnen und Streben nach gröstmöglicher Einflussnahme auf eine Poltitik, die genau dies ermöglicht, wird immer undurchschaubarer durch die fast verwandtschaftlich zu nennenden Verbindungen zwischen Persönlichkeiten aus der Politik mit den aktiven Politikern bzw. mit deren Parteien. Denken wir nur an jene Politiker, die in die Chefetagen von Unternehmen gehoben wurden. Nicht die persönliche Leistung befördert diese Leute in die Führungsspitzen deutscher und internationaler Unternehmen, sondern ihre - an die mafiotischen Verflechtungen in der Regierung eines Berlusconi erinnernden - Verbindungen zur politischen Klasse.

Beschreibung: Angela

Heißt es nicht, dass ein Bild mehr sagt als tausend Worte?

Der Aufsatz von Roland Pichler in der Badischen Zeitung vom 18. Mai 2011 (S.3) ist überschrieben mit: "Die Kanzlerflüsterin. Hildegard Müller ist der kurze Draht der Energiekonzerne zu Angela Merkel - und umgekehrt".

Mathias Wissmann, CDU-Politiker und ehemaliger Minister ist seit 2007 "Präsident des Vernads der deutschen Automobilindustrie" (Bad. Zeitung am 14.01.2012).

Bin ich ein Schelm, weil ich dabei "Böses" denke? Vielleicht aber kann die Politik, hier vertreten durch Frau Merkel, mäßigend auf die Energiekonzerne einwirken? Sie würde sicher, wenn sie das täte, mehr bewirken, als ich mit meinen skeptischen Gedanken. Meine Empfehlung für die Kommunikation der beiden Vertrauten ist die Beachtung der folgenden ethischen Orientierung:

Nicht aber das Gewinnstreben von Konzernen und ähnlicher Unternehmer hat eine Volksvertretung zu unterstützen, sondern in erster Linie die Interessen des Volkes – uns das sind wir, die Mehrheit der Verbraucher, die Haushalte, und die vielen Handwerker und Gewerbebetreibenden (§ 14.2 GG). Ich denke, und hier ist den Erkenntnissen des Nobelpreisträgers Joseph Stieglitz (vgl. u. a. sein Buch: „Im freien Fall“ München 2010) vollinhaltlich zuzustimmen, dass das Geld nicht zum Maßstab für richtig und falsch sein darf und dass wir der Wirtschaft nicht erlauben dürfen, weiterhin unsere Gesellschaft zu prägen. Wir brauchen eine Ethik, die dem Gebot unserer Verfassung folgt: nicht das Streben nach persönlichem Reichtum sondern die Leistungen für die Gemeinschaft (en) wie der Gemeinde, den Vereinigungen , der Region … geben dem Einzelleben aber auch Wirtschaftsunternehmen Sinn und Wert. Wird eine derartige Haltung wieder zum gültigen Maß und einer in Gesetzen einklagbaren der Verfassung verankerten Pflicht, dann ist sie auch durchsetzbar.

Es ist davon auszugehen, dass niemand auf meinen Vorschlag reagiert. Die von Manuel Waltz zusammengestellten Informationen geben aber genau das Unbehagen, ja den Zorn wieder, die jeden beschleichen, der sich diese politisch-ökonomische Realität vor Augen stellt. „Da geht einem doch glatt das Messer im Sack auf“ pflegt man im Alemannischen zu sagen. Und wenn sie sich durch Wahlen nichts verändern lässt, dann bleibt allein der Widerstand bis hin zur Revolution. Und genau darauf zielt ein Zitat, das  am  29. 03. 2011 im Morgenmagazin des SWR 2 wiedergegeben wurde (aus einem Artikel der TAZ über Rolf Hochhuth):

„Die Entwicklung führt zu einer blutigen Revolution mit Mord und Feuer, wenn es mit dem Kapitalismus so weitergeht. Banken und Wirtschaft bekommen gegenwärtig so sehr die Oberhand, dass sie nur durch eine Revolution gezähmt werden können.“

Wenn es nicht soweit kommen soll, dann müssen von den Parlamentsabgeordneten Recht und Gesetz so gefasst werden, dass es Banken und Wirtschaftsunternehmen verunmöglicht wird, ihre Macht gegen die Interessen des Gemeinwohls zu gebrauchen. Das ist „durchaus möglich“ stellt Hans-Jürgen Papier fest, denn „Politik…kann ihre Ziele (und ich interpretiere: alle ihre Ziele) mit rechtmäßigen Mitteln verfolgen“. (Im BZ-Interview  am 30. 03. 2011, S. 19 im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Atomkraftwerksproblematik).

Es ist besonders bemerkenswert, dass auch von einer ganz anderen Wissenschaftsdisziplin das Potential zur Gewaltbereitschaft in einer Gesellschaft in Abhängigkeit von den hier angedeuteten objektiv vorhandenen Vermögensunterschieden und Unterschieden der politischen Einflussnahme gesehen werden muss. Joachim Bauer hat in seinem Buch "Schmerzgrenze" (München 2011) die entsprechenden Erkenntnisse aus neurowissenschaftlicher Perspektive vorgetragen. So kann unter anderem eine "krasse Ungleichheit zur Zerrüttung eines Landes" führen (S. 117 f). Derartige "Zerrüttungen" führten schon immer in der Menschheitsgeschichte zu Versuchen, sie mit Hilfe von Aggression und Gewalt - zum Beispiel in Aufständen oder Revolutionen - aufzulösen. Hier begegnen sich historische und andere Humanwissenschaften. Ein Beispiel dafür mögen die auf der Pädagogik-Homepage festgehaltenen"Grundbedürfnisse" sein, zu denen u. a. die zwischenmenschliche Anerkennung gehört (bei Bauer, S. 121 f), deren Verletzung zu erheblichen Verstörungen führen kann und auf diese Weise  zu einer der Wurzeln "alltäglicher und globaler Gewalt" (so der Untertitel des Buches von Bauer) wird.

 

Dr. Joachim Rumpf
79733 Görwihl
www.salpeterer.net
19.05.2011

 Auf dem Titelblatt des Maiheftes 2011 der Zeitschrift "natur+kosmos" lesen wir:

Die neue Macht des Volkes

Sie stoppt Atomkraft, bändigt Konzerne, stürzt Diktatoren:

vom Siegeszug der Zivilgesellschaft

 
Haben in unseren Tagen Wissen und Vernunft "das Volk" erreicht? Das wäre der Anfang einer seit langem überfälligen Wend

 

 

 

ezeit!


Und hier meine in einem Brief veröffentlichte Position zu die DDR diskriminierenden Äußerungen

 

Sehr verehrte Damen, sehr  geehrte Herren in der Redaktion der Badischen Zeitung in Freiburg!

Ich beziehe mich auf die Ausgabe vom 24. Januar 2019  und darf Ihnen die folgenden Texte über die ehemalige DDR und ihrer Bürgerinnen und Bürger zur Kenntnis geben.

1.    Was ich Ihrem Mitarbeiter Herrn Steiner schrieb:

 „ Guten Morgen, sehr geehrter Herr Steiner!

Als ich vorhin Ihren Beitrag in der Badischen Zeitung las, in dem Sie sich – so mein Eindruck – erstaunt darüber zeigten, dass die Bürgerinnen und Bürger in der ehemaligen DDR unzufrieden mit ihrer Situation bzw. dem politischen System „westliche Demokratie“ sind, darf ich Ihnen eine Erklärung für diese Haltung anbieten:

1.      Analysten, die, wie Sie in Ihrem Aufsatz, zu erkennen geben, die Verhältnisse in diesem ehemaligen deutschen Teilstaat offensichtlich falsch darstellen, werden aus der Sicht der betreffenden Frauen und Männer als typisch „westlich“ wahrgenommen. Jede als solche empfundene Diskriminierung trägt zu jener Haltung bei, die Sie hinterfragten.
Es stimmt eben einfach nicht und widerspricht der realen Erfahrung der   Bürgerinnen und Bürger in der ehemaligen DDR, dass es in der DDR nur eine Partei gab. In den Komitees der „Nationalen Front…“ wirken jeweils  die Vertreterinnen und Vertreter von fünf (!) Parteien mit.
Selbstverständlich wäre nun die Frage berechtigt, wie die Machtverhältnisse innerhalb dieser Gremien, die z. B. die wirtschaftlichen, sozialen oder politischen Prozesse in ihrem Gemeinwesen maßgeblich beeinflussten, aussahen. Doch hierüber weiter zu berichten, würde jetzt zu weit führen (vgl. darüber u. a. : https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)

2.      Dass viele  Bürgerinnen und Bürger in der ehemaligen DDR der BRD distanziert gegenüber stehen, möchte ich mit einer ethischen Kategorie begründen: In unserer Demokratie von der „Viele Ostdeutsche“ wenig halten, haben „das Geld“ bzw. der persönliche Reichtum einen herausragenden Wert, an deren Ausmaß darum u. a. jede persönliche Leistung gemessen wird.
In der ehemaligen DDR wurden die Leistungen jedes Einzelnen ebenfalls hoch geschätzt und z. B. in den Betrieben oder auch in Freizeitbereichen, wie auch bei uns im Sport, anerkannt und öffentlich gewürdigt. Reich an Geld und Gut aber konnte mit derartigen Leistungen keiner erwerben.

3.      Ich darf Sie weiter auf eine gerade heute ausgestrahlten Sendung des SWR hinweisen, in der sehr eindrucksvoll jenes System  (https://www.swr.de/-/id=22987674/property=download/nid=660374/ho0hjr/swr2-wissen-20190124.pdf) veranschaulicht wird, dem – nicht nur – viele Bürgerinnen und Bürger in der ehemaligen DDR kritisch gegenüber stehen und deren „Nicht einverstanden“  (Badische Zeitung, 24. 01. 2019, S. 4) begründen.

 

 

Mit den besten Grüßen!

Joachim Rumpf
http://www.salpeterer.net/Widerstaendiges/Einfuehrung.htm

 

2.    Was ich Ihnen über meine Erfahrungen in der DDR mitteilen möchte, passt in diese Thematik.
Es  handelt sich hier um einen Ausschnitt aus meinen „Lebenserinnerungen“, die ich für meine Kinder und Enkel verfasste:

 

1.   In der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDPD)

„… im Sommer 1952, war ich, … ohne Schwierigkeiten „schwarz“ bei Lobenstein wieder nach Thüringen hineingelaufen. Bei meiner Mutter in Saalfeld war zunächst guter Rat teuer. Hatte ich doch mit meiner „Flucht“ meinen Studienplatz in Altenburg verloren. Meine Schwester Ilse war in diesen Monaten Angestellte in der Filiale Saalfeld der ostdeutschen „Bauernbank“. Deren Leiter war Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDPD)[1].Er hatte auch meine Mutter als Mitglied dieser Partei gewinnen können. Nach dem Motto „es kann ja nichts schaden“ sorgte Muttel dafür, dass auch ich Mitglied dieser Partei wurde.
Dass ich – jetzt einmal unabhängig davon – zunächst nach Schildow bei Berlin zur Reichsbahn Bau Union ging, habe ich ja bereits geschildert. In den folgenden Monaten … besuchte ich die Mitgliederversammlungen der NDPD zunächst des Kreisverbandes Saalfeld und dann die im Stadtbezirk Berlin Friedrichshain. Noch während meiner Tätigkeit als Verkaufstellenleiter und dann als hauptberuflicher Jugendsekretär in der Konsumgenossenschaft Berlin - Weißensee, schickte mich die Partei auf die „Landesparteischule“ Weimar. Nach Beendigung dieses Schulbesuch stellte mich der Landesverband Berlin dieser Partei als stellvertretenden Geschäftsführer  des Kreisverbandes Berlin-Weißensee ein. Schon wenige Monate später „delegierte“ mich der Vorstand dieser Partei zum Besuch der Parteihochschule nach Waldsieversdorf bei Berlin. Aus dieser Hochschule, ein Kurs dauerte damals ein halbes Jahr, die folgenden Fotos:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

ich mit Gitarre im „Hochschultanzorchester“[2]

 

    Die Seminargruppe, der ich angehörte                  in einer Pause, rechts der Rektor mit Hund

Anschließend wurde ich – ebenfalls hauptberuflich - der „Politische Geschäftsführer“ des Kreisverbandes meines Wohnbezirks in Berlin-Friedrichshain. Von dort aus wechselte ich von Ost nach West, wie bereits beschrieben. Die Mitglieder dieser Partei, die in der DDR dem „Block der antifaschistischen Parteien“ angehörte, die in der „Nationalen Front des demokratischen Deutschland“ zusammengeschlossen waren[3], verstanden sich – wie ich es erlebte und selbst vertrat – als neben den SED-Mitgliedern und ihrer Partei als gleichwertig. Meine Parteifreunde waren in der Regel ehemalige Mitglieder der NSDAP, Berufssoldaten und Offiziere, von denen auch in der DDR einige wieder Berufssoldaten wurden, wie die Aufnahme oben mit dem Marineoffizier im Vordergrund zeigt. Jede Darstellung der DDR und der politischen Realität in diesem Staat, die die Leistungen der dortigen politischen Parteien und ihrer Mitwirkung bzw. Mitverantwortung in den Gemeinden bzw. in beim Aufbau Deutschlands nach dem Krieg sowie der Gestaltung des gesellschaftlichen Lebens unterschlägt, verkennt deren Bedeutung, die sie – wenigstens in den betreffenden Lebensphasen für die betroffenen Menschen hatte. Das möchte ich, orientiert an meinem Beispiel, zu bedenken geben…“

2.   Die DDR nur eine SED-Diktatur??

Es betrübt mich, wenn in Zeitungsmeldungen dann von „SED-Diktatur“ oder überhaupt von einer Diktatur gesprochen wird, wenn die ehemalige DDR gemeint ist. Im Zusammenhang mit Themen über die deutsche Einheit bzw. darüber, wie schwierig es ist bzw. war, dass die  Deutschen in West und Ost „zusammen wuchsen“ ist diese Charakterisierung wenig hilfreich. Die „Minischritte“ von denen eine entsprechende Analyse in der Badischen Zeitung von 2. Oktober 2017 überschrieben ist, haben durchaus auch ihre Ursaschen in  derartigen abwertenden Zuschreibungen. Meine zahlreichen Begegnungen mit ehemaliger Bürgerinnen und Bürgern der DDR erlauben mir den Schluss, dass derartige gleichsam diskriminierende Zuschreibungen wie „SED-Diktatur“  an Stelle der korrekten Bezeichnung „Deutsche Demokratische Republik“ am Selbstverständnis vieler Bürgerinnen und Bürger dieses Staates nagen, eines Staates von dem u. a. ein sehr schönes Lied kündet: https://www.youtube.com/watch?v=YohW_wCbrPA

Auf westdeutscher Seite wäre es im Interesse eines besseren Integrationsprozesses zweckmäßiger gewesen, die positiven Seiten des ehemaligen anderen deutschen Staates, seiner politischen Verfassung, seiner Wirtschaft und Kultur (wie zum Beispiel die außerschulische Freizeitgestaltung) in den Mittelpunkt von Vergleichen zu stellen und zugleich und stets auf die Ursachen der deutschen Teilung hinzuweisen. Zu denken ist zum Beispiel daran, dass beide politischen Systeme:  in der BRD eine „westliche (auch sogenannten „freiheitlichen“) Demokratie“ und in der DDR eine „sozialistische (auch sogenannte „antifaschistische“) Demokratie“  - nach dem Zweiten Weltkrieg von den Siegermächten eingerichtet wurden. Und wenn diese „sozialistische Demokratie“ in dessen politischer Verfassung fünf Parteien sich in der „Nationalen Front des demokratischen Deutschland“ mit einer gemeinsamen Liste zu den Wahlen stellten, so blieben bis zur Stunde in den westlichen Demokratien – ganz gleich welche Parteien nach den Wahlen regierten, „die Macht der großen Unternehmen ein bestimmender Faktor in der Politik“ Pablo Igleas in einem Interview (Bad. Ztg. 10.10.2017, S. 2). Pablo Igleas bestätigt die Realität der politischen Machtverhältnisse: Was in sozialistischen Systemen die sozialistisch/kommunistischen Parteien, sind in kapitalistischen Systemen, die großen Unternehmen, die Konzerne und ihre Vertreter innerhalb und außerhalb von Parteien[4]… „ Diese Zusammenhänge, die zweifellos die wirtschaftliche und soziale Entwicklung in unseren Systemen beeinflussen, wenn nicht gar dominieren, werden in diesen Tagen in der Öffentlichkeit thematisiert[5] .
Und erscheint es angesichts derart möglicher Machtverhältnisse nicht zweitrangig, welche politische Gruppierung nach einer Wahl regiert?
Wäre es nicht denkbar, dass hinter der derzeitigen Forderung an die deutsche Regierung, die Rüstungsausgaben massiv zu erhöhen, keineswegs irgend eine Bedrohungslage eine Rolle spielt, sondern statt dessen die Interessen von Rüstungskonzernen einschließlich  eines us-amerikanischen Präsidenten, der selbst einen Konzern besitzt?“

 

 

 

Ich darf abschließend zum Ausdruck bringen, dass ich es gut finde, dass Sie uns, Ihre Leserinnen und Leser, in Ihren Beiträgen aus einer nach meinem Eindruck ebenso objektiven wie kritischen Distanz heraus , informieren Und das nicht allein, wenn es um politische Themen geht..

Mit den besten Wünschen und Grüßen,
Joachim Rumpf
aus Görwihl im schönen Hotzenwald

 

 

Am 24.05.2019 9,10 Uhr per Mail versandt




 

 

 

 

 

 

 


3.

Über die zunehmende Kluft zwischen den wenigen reichen und den armen Menschen in Deutschland

 

 

Von: Dr. Joachim Rumpf [j.rumpf@gmx.de]
Gesendet: Samstag, 24. März 2007 12:32
An: 'info@sop-cep.de'
Betreff: BZ-Gastbeitrag v. 24.03.07

 

Herrn
Dr. habil. Lüder Gerken
Vorsitzender der Stiftung Ordnungspolitik

Freiburg i. Br.

 

Herrn
Lüder Gerken
Vorsitzender der Stiftung Ordnungspolitik


Bezug: "Der Wohlstand fällt nicht wie Manna vom Himmel" Badische Zeitung v. 24.03.07, S. 4

Als ich heute Ihren Beitrag in der Badischen Zeitung las, da ist mir denn doch "das Messer im Sack" aufgegangen, wie der Alemanne zu sagen pflegt. Soviel demagogische Verkürzung eines doch recht bedeutsamen und komplexen Phänomens, wie der wachsenden Kluft zwischen einer relativ kleinen Gruppe, die über gewaltige Geldmittel - ich möchte sie mal hier verkürzt als weltweit operierende Geldmachtmenschen (GMM) bezeichnen - und mir, verdient eine Reaktion. Ich gehöre zu den anderen, der großen Mehrzahl von Menschen, die weder zu jenen GMM gehören, noch zu ihren Apologeten in Politik oder Publizistik. Ich bin einfach einer der Vielen in der BRD, die dank Strebsamkeit, Fleiß und Verzicht zu einem bescheidenen Wohlstand gekommen sind und diesen auch gern als selbst erarbeiteten Erfolg genießen.
Hier meine Positionen:

1. Ich kann mir kein Urteil darüber erlauben, ob ein Prozess der "Umverteilung", von dem Sie nichts halten, sinnvoll sein kann und die mit den GMM verbundenen Probleme löst.
2. Die Probleme, an die ich hier denke, sind seit langem bekannt: sie resultieren aus der Verflechtung von Gewinnstreben der betreffenden Personengruppen mit wirtschafts- und machtpolitischen Bestrebungen. Ich möchte zum Beispiel mit dem Finger auf jenen Exponenten der GMM zeigen, der gegenwärtig geradezu ein Musterbeispiel für die katastrophalen Folgen einer derartigen Verflechtung ist: den us-amerikanischen Präsidenten Bush.
3. Die meisten Bürgerinnen und Bürger gönnen den durch eigenen Fleiß, Risikobereitschaft erfolgreichen Frauen und Männern unter uns ihren persönlichen und wirtschaftlichen Erfolg. Ob das nun die Brüder Albrecht (ALDI), die Brüder Stoll (VITA), die Familie Brotz (Möbelhandel), der Herr Mack in Waldkirch oder Herr Werner (DM) und viele andere in Deutschland oder weltweit sind: sie alle verdienen unsere Bewunderung für ihre Leistungen.
4. Wer aber aus diesem Personenkreis GMM und die von diesen "gesponserten" Politiker und Militärs und deren Lobbyisten unterstützt oder sich gar in diese Personengruppe einreiht, handelt nach meinem Verständnis verwerflich.

Dazu ein weiteres Beispiel: Ich habe hier neben mir eine Seite aus der Nr. 7 vom 14.Februar 1970 der Zeitschrift "DAS PARLAMENT" liegen. Dort steht u. a.:
"Gegen den Totalausverkauf in der Natur: Europäische Konvention zum Schutz der Umwelt… Umwelt des Menschen in höchster Gefahr!"
Weder ich noch die meisten derer, "die nicht zu den GMM gehören …" (s. o.) sind für die jetzt eingetretene, wenn auch nur langsam schleichende Katastrophe, verantwortlich zu machen. Wir gehören nicht zu jenen, die zu Gunsten unvorstellbar steigender Gewinne seit 1970 ein die Umwelt schonendes Wirtschaften verhindern.

5. Wenn der Wohlstand, auf den Sie abheben und den wir, nach meiner Interpretation Ihrer Auffassung (denn Sie differenzierten nicht und sprachen nur von "Unternehmertum" und "Unternehmern"), den GMM zu verdanken haben, dann ist dieser Zusammenhang ebenfalls ein Teil der Probleme die uns diese global agierende Personengruppe eingebrockt haben und der Lösung bedarf (plakativ formuliert: Wohlstand ohne Massenvernichtungswaffen, Kriege und Umweltzerstörung).

Natürlich sind mir die durchaus berechtigten Vorhaltungen, die ich zum Beispiel aus Talkshows kenne, nicht fremd, dass viele Bürgerinnen und Bürger ebenfalls einen Beitrag zur Umweltbelastung leisten (aktuelles Beispiel: Billigflüge nutzen) oder gar, dass sie Parteien wählen, die nicht entschieden und konsequent gegen eine die Umwelt zerstörende Ökonomie vorgehen. Sie kennen die Antwort darauf, denn Sie wissen als politischer Publizist um die Einflüsse von Werbung und Demagogie in unseren Massenmedien auf die meisten unserer Mitmenschen; und die dürfen nun wirklich nicht mit gutem Gewissen für die von mir angedeuteten Probleme dieser Zeit verantwortlich gemacht werden.

Ich hoffe, dass Sie für meine Position Verständnis haben!

Mit freundlichen Grüßen
Joachim Rumpf
aus 79733 Görwihl
im Hotzenwald

PS.:
Ich werde gelegentlich Ihren Zeitungsaufsatz gemeinsam mit diesem Brief auf meiner Homepage www.salpeterer.net veröffentlichen.
Wenn Sie mir etwas zu meiner Position mitteilen möchten, dürfen Sie das gerne tun. Ich würde Ihre Erwiderung dann dazustellen.
J.R.

 

 Natürlich kam nie eine Reaktion!
Die Folgen des realen Verhaltens der GMM bekommt nunmehr, wir schreiben inzwischen März 2009, die Wirtschaft der ganzen Welt zu spüren. Selbst wenn Einzelne dieser GMM verurteilt und an den Pranger gestellt werden, wird das am Prinzip, dass die politische wie wirtschaftliche Macht in deren Händen liegt, nichts ändern.
Ich habe keine Vorstellungen darüber, wie das zu ändern wäre. Die Bemühungen, diese ökonomische und politische Realität zu legitimieren halte ich für verfehlt. Sie münden in unerwünschte Widerstände, wie ich sie auf der Seite über "rechtes Gedankengut" ausführlich darstelle.

erste Fassung vom Januar 2006
Dr. Joachim Rumpf
im Juli 2007

 

 

 

 

 

Einführung Widerstand

 

 

 

 

 

 

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Impressum und Copyright
Dr. Joachim Rumpf, Diplompädagoge

Hühnerbühl 7
79733 Görwihl
Tel.: 07754 487 Mail:j.rumpf@gmx.de

 

 

 

 

 

 



[1] https://de.wikipedia.org/wiki/National-Demokratische_Partei_Deutschlands

[2] Diese Aufnahme deutet an, dass ich gerne musizierte; vor allem das singen hatte es mir angetan. Noch heute lade ich mir gern Musikstücke, die ich gerne höre. Auch Militärmusik, wie z. B.: https://www.youtube.com/watch?v=ClUWxpi63_o
Des Großen Kurfürsten Reitermarsch

[3] Vgl. dazu: https://de.wikipedia.org/wiki/Blockpartei
https://de.wikipedia.org/wiki/Nationale_Front_(DDR)

[4] Bezug: Badische Zeitung vom 2. Oktober 2017, S. 2: Thema des Tages
„Wie steht es um die Freiheit? Dpa: Deutschland wächst in Minischritten zusammen.

[5] Hier ist Kevin Kühnert in Deutschland zu nennen und seine Vorschläge zur Enteignung / Sozialisierung von Konzerneignern Bad. Ztg., 22.05.201, oder daran, dass in  den USA (Beispiel: https://de.wikipedia.org/wiki/Donald_Trump aber auch in Staaten des ehemaligen Ostblocks Millionäre/Milliardäre Minister werden und die  Politik bestimmen.