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Die Salpetererunruhen im Hotzenwald

          

Was über die Salpeterer im Internet zu finden ist

 

 

1.
Auf die Salpeterer wird immer häufiger verwiesen.

Wer in einer Suchmaschine den Begriff "Salpeterer" eingibt, hat viele Homepages zur Auswahl auf denen die "Salpeterer" eine erwähnt werden. Allerdings ist die Anzahl der bei Google angezeigten Ergebnisse für diesen Begriff in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Am 09.11.2004, erschien unter diesem Stichwort die Zahl 180, am 30. 10. 2006 "ungefähr 507" und am 22. 03.2008 "ungefähr 2.420" und am 18.02.2009 "ungefähr 37.800"..

Wird die Suche eingegrenzt auf den Begriff "Salpetererunruhen" erschienen 2004 6, am 30.10.2006 "ungefähr 40", am 22.03.2008 "ungefähr 332" und am 18.02.2009 "ungefähr 528".. Es handelt sich dabei, dem in der Welt des WWW vertrauten Rechercheurs, um Internetseiten, auf denen, sei es im Titel oder im Text der Suchbegriff eine (meist) dominierende Rolle spielt und die von der betreffenden Suchmaschine erfasst wurde.

Es gibt unter den vielen Homepages, die bei dem Stichwort "Salpeterer" auf den Seiten der Suchmaschine erscheinen, eine Vielzahl mit Inhalten, die gar nicht direkt mit der Salpetergeschichte zu tun haben. Ich denke da an Lexikonartikel über das Salpeter und die Salpetergewinnung. Auf diese und andere Homepages, die dem interessierten Surfer über die Salpeterer nichts substantiell Neues mehr mitzuteilen haben, gehe ich nicht ein.
Um herauszufinden, ob sich hinter den von der Suchmaschine angezeigten Verweisen sich tatsächlich jene Informationen befinden, nach denen Ausschau gehalten wird, müssen die im Einzelnen angegebenen Seiten angewählt werden. Musste ich noch im Oktober 2006 registrieren, dass die Homepages, auf die von der Suchmaschine bereits auf der ersten Seite hingewiesen wird oder die am häufigsten erscheinen, durchaus nicht am umfassendsten über die Salpeterer Auskunft gaben, hat sich das inzwischen geändert. Selbst wenn auf der Mehrzahl der Seiten, auf denen der Salpetererunruhen gedacht wird, dieses Thema nur gleichsam Beiwerk ist, bemühen sich die Autoren um korrekte Darstellung oder geben, wie zum Beispiel die Firma ISS - Internet Services aus Herrischried die Quelle ihrer Darstellung an.

Zu den Homepages, die sich ausschließlich oder in der Hauptsache den Salpeterern widmen, gehört "Salpeterer.net". Das ist die bis zur Stunde die umfangreichste und informativste. Allerdings ist sie für diejenigen, die sich nur rasch einmal informieren möchten, viel zu differenziert und zu groß. Da empfiehlt es sich, wie auf der Begrüßungsseite bereits hingewiesen wurde, sich auf die Seiten "www.salpeterer.info" von Herrn Markus Jehle aus Gurtweil (siehe auch weiter unten) zu begeben.

Inzwischen erscheinen bei Google unter dem Suchbegriff "Salpetererunruhen" etliche Verweise auf lexikalische Informationen. Den Anfang macht die Internet - Enzyklopädie "Wikipedia", in die der Text zum Stichwort "Salpetererunruhen" von mir eingegeben wurde. Dieser Text wird auch verwendet in dem Nachschlagewerk "beta suchMappe.de, für die Klaus Patzwaldt aus Berlin verantwortlich zeichnet. Dann gibt es noch das "lexikon freenet" u. a., die ebenfalls auf meinen Text bei "Wikipedia" oder die Homepage "salpeterer.net" Bezug nehmen. Mir schien die Orientierung in diesen Nachschlagwerken etwas schwierig, weil wegen der Vielzahl der anzutreffenden, mit Links unterlegten Begriffe, verwirrend. Denn häufig haben die Seiten, die dort verlinkt wurden, mit dem Stichwort "Salpetererunruhen" nichts zu tun sondern führen in ganz andere Informationsbereiche hinein.
Die am häufigsten unter dem Suchbegriff "Salpeterer" genannte ist die Homepage des Hotzenwälder Hotels "Zum Salpeterer" in Altenschwand, Gemeinde Rickenbach. Die treffen wir bei Google zum Beispiel noch auf der 15. Seite der Suchmaschine an, wenn wir den Begriff "Salpeterer" eingeben. Auf das Hotel hingewiesen wird auch indirekt über andere Seiten, wie zum Beispiel auf der Homepage der Gemeinde Rickenbach und die vielen Homepages, die über den Südschwarzwald und den Hotzenwald in werbender Absicht informieren. Hier fällt dann auf, dass die Informationen über die Salpeterer, und es versäumt kaum einer der Autoren dieser Homepages, auf sie zu verweisen, recht oberflächlich und nicht immer richtig sind.

Die Suchmaschine Google führt unter dem Suchwort Salpeterer auch auf die Homepage mit dem Namen "schwarzwald.net", die von Philo Phax & Redaktionsbüro Lohberg & Pixelsucht verantwortet wird. Dort fand sich unter der Überschrift "Ein einig Land: Das Ende der Geschichte" ein Absatz, in dem kurz über den Salpeterer-Hans, der "sich mutig für altverbürgte Freiheiten" einsetzte, berichtet wird. Im Übrigen werben diese Seiten für Urlaubsziele im Schwarzwald. Der Hotzenwald war damals (2006) nur durch St. Blasien vertreten. Die Seite endet mit den Sätzen: "Der Salpetererberuf bestand lange. Erst 1934 ist der letzte Salpeterer gestorben".
Und wer nicht erkennt, was daran falsch ist, möge sich mal ganz rasch darüber unterrichten, wann tatsächlich der Beruf des Salpeterers ausstarb!
Ein aktueller Blick auf diesen Text zeigt, dass dieser Irrtum korrigiert wurde. Und das ist ein wichtiges Merkmal jener Seiten, auf denen etwas über die Salpetererunruhen ausgesagt wird: Die Internetauftritte - allen voran die der Gemeinden - sind nicht nur professionell gestaltet, häufig sehr umfangreich, gut gegliedert und reich bebildert, sie sind auch in ihren historischen Informationen, soweit welche erarbeitet wurden, korrekt. Die frühere Oberflächlichkeit, die auf Grund unrichtiger Aussagen zu beobachten war, hat - auch da, wo nur ganz kurz auf die Salpeterer und ihre Anliegen eingegangen wird - einer, mit den bisher vorliegenden Erkenntnissen über die Ereignisse und ihrer Akteure übereinstimmenden Darstellung Platz gemacht.

Nach meinem Eindruck wurden die Salpetererunruhen zu einer Art "Werbeträger" für unsere Region als einer für den Fremdenverkehr interessanten Landschaft. Wie die bereits oben genannte Adresse von "schwarzwald.net" gibt es noch andere, die sich an potentielle Urlauber wenden. Zu ihnen gehört die von "Kultur mit Genuss im Schwarzwald", die eine geführte Fahrt "Im Hotzenwald - Auf den Spuren der Salpeterer" anbietet oder die, die unter dem Namen "hotzenwald.de" für Ferien in unserer Landschaft wirbt und ebenfalls auf die "Geschichte der Hotzen" und in diesem Zusammenhang auf die "Salpetererkriege" verweist. Von diesen "Salpetererkriegen" ist auch auf den werbenden Seiten von "schwarzwald-tourismus" die Rede, deren Verfasser aber auf unser Hotzenwaldmuseum in Görwihl mit seiner Salpetersiederei verweisen.

Ein kritischer Kommentar oder gar der Hinweis auf den Bürgerkriegscharakter, den die Unruhen zeitweilig angenommen hatten wird vermieden und passt auch kaum auf Seiten, die für Touristen gestaltet wurden. Die Salpeterer aus dem neunzehnten Jahrhundert werden, wenn überhaupt, nur kurz erwähnt.
Gibt man dagegen diesen Begriff "Salpeterer aus dem neunzehnten Jahrhundert" als Suchwort ein, dann heißt es "ungefähr 241" (22.03.08). Interessant ist hier, dass überwiegend auf Publikationen von Historikern verwiesen wird, wobei die von Tobias Kies auf nahezu jeder der folgenden Seiten dieser Suchmaschine (es werden jedes Mal zehn Ergebnisse gezeigt) am häufigsten erwähnt wird. Das ist verständlich, da die Dissertation von Kies die bisher einzige und sehr gründlich recherchierte Untersuchung über die Salpeterer des neunzehnten Jahrhunderts ist.

 

 

 

 

2.
Über die Salpeterergeschichte auf Websites

Ich deute nun auf Homepages, deren Initiatoren es sich zur Aufgabe machten, über die Geschichte unserer Landschaft und / oder die der Salpeterer berichten. Da finden wir seit mehreren Jahren schon den viel versprechenden Titel "Salpeterer.de". Doch wer hier Forschungsergebnisse oder gar Quellen zur Salpeterergeschichte oder auch nur ausführlichere Darstellungen von Einzelthemen sucht, ist enttäuscht. Neben tabellarischen Übersichten mit Hauptdaten und kürzester Zusammenfassung einiger Ereignisse mit Hilfe eines Textes von Leopold Döbele ("Der Hotzenwald" 1955, S. 32-34), garniert mit den aus allen Geschichtsbüchern bekannten Abbildungen von Hotzenwäldern aus dem achtzehnten Jahrhundert, finden wir dort nichts. Und - noch einmal sei es gesagt - seit mehreren Jahren sind diese Seiten unverändert (Stand: 22.03.2008). Bei dem Link "Region" auf dieser Homepage tut sich gar nichts. Der Text auf der ersten Seite gibt einen Redeausschnitt des Bundespräsidenten Gustav Heinemann vom 13. Februar 1970 unvollständig wieder. Schade. Es handelt sich bei den Autoren dieser Homepage um den gleichen an der Geschichte des Hotzenwaldes interessierten Personenkreis, der die Homepage "uf den swartzen-walde" erarbeitet hat.

Diese Homepage mit dem Titel "uf den swartzen-walde" (www.uf-den-swartzen-walde.de - Kürzel: udsw) informiert sehr ausführlich, differenziert und informativ über die Schwarzwaldregion als Ferienlandschaft und weckt das Interesse des Salpeterer-Suchers mit dem Hinweis auf eine Seite über die Salpeterer, nämlich auf die oben erwähnte eigenständige Homepage "salpeterer.de", die aus der gleichen Quelle stammt und bereits seit mehreren Jahren unverändert im Internet angeboten wird.
Frank Joachim Ebner aus Albert, der u. a. Internetpräsentationen und -Marketing anbietet, hat dieses viel versprechende Vorhaben begonnen. Ihm mangelt es aber gegenwärtig leider an Zeit und Mitarbeitern, um das Projekt fortzusetzen. Durch seinen Umzug an den Bodensee ist außerdem die Distanz zum Hotzenwald, den er sehr mag, wie er mir schrieb, größer geworden. Vermutlich verband sich mit dem Ortswechsel auch der des Arbeitsplatzes mit den entsprechenden zeitfressenden Anforderungen.
Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Initiativen von diesem Träger eines bekannten und vertrauten Namens in unserer Landschaft, irgendwann einmal erfolgreich weitergeführt werden können.

Etwas mehr können Besucher auf der Seite der Familie Jehle ("Jehle" ist ebenfalls ein seit vielen Generationen überlieferte Familienname hierzulande) aus Gurtweil über die Salpeterer erfahren. Nicht nur über die Einungen im Hotzenwald im achtzehnten Jahrhundert wird Auskunft gegeben. Auch eine von mir als recht nützlich empfundene tabellarische Übersicht der Ereignisse um die Salpeterer kann zu Rate gezogen werden. Hinter dem Link "Die Salpetereraufstände" verbergen sich Texte aus der Broschüre "Die Grafschaft Hauenstein in Vorderösterreich" und aus einem Aufsatz von Karl-Friedrich Wernet (vgl. dazu das Literaturverzeichnis). Wir finden weiter unter der Überschrift "Die Stimme des Wälders" Ausschnitte aus dem nur noch antiquarisch erhältlichen Buch von Emil Müller-Ettikon über die Salpeterer. Ich denke, dass die Bilder von der Burgruine Hauenstein und andere Aufnahmen, die Markus Jehle auf seiner Seite veröffentlicht, recht gut zur Geschichte unserer Heimat passen. Markus Jehle ergänzt seine Homepage um immer weitere Themenbereiche und arbeitet hier eng mit dem Geschichtsverein Hochrhein, für dessen Internetauftritt er verantwortlich zeichnet, zusammen (Informationsstand vom 22.03.2008).
Das Hauptinteresse der Seiten von Markus Jehle gehört der Erforschung und Darstellung der eigenen Familiengeschichte und der Raumschaft Gurtweil. So gewinnt jeder, der ebenfalls an derartigen historischen Details und den sich aus der Genealogie der Jehles ablesbaren Zusammenhängen interessiert ist, wertvolle Informationen.
Seit Dezember 2004 ist von Markus Jehle, zu dessen Steckenpferden die Ahnenforschung und die Heimatgeschichte gehören, nun auch die Informationsseite über die Salpeterer erarbeitet worden. Ich habe auf der Begrüßungsseite bereits einen entsprechender Link eingefügt.

 


 

 

 

3.
Die Salpeterergeschichte begegnet uns auch in Gasthäusern

Die Selbstdarstellungen von Gasthäusern und/oder Hotels im Internet ist eine bequeme Zugangsweise, um, gleichsam vom Schreibtisch aus, die betreffenden Adressen zu besuchen.
Es ist zunächst einmal festzuhalten, dass es guter Brauch ist, der Ortsgeschichte oder herausragender Persönlichkeiten aus der Geschichte einer Gemeinde auch in Gasthäusern - im wahrsten Wortsinne - eine "Ecke" einzuräumen. Darum ist es nichts Besonderes, dass wir den Salpeterern und ihrer Geschichte auch im Zusammenhang mit unseren Wirtshäusern begegnen.
Ich gehe noch einmal zurück zu der Homepage des Hotels "Zum Salpeterer" (www.hotel-salpeterer.de). Dort wird, und das hat mich sehr beeindruckt, tatsächlich viel über unsere Landschaft und einiges über die Salpeterer mitgeteilt. Der Besucher der Hotelseiten erfährt zum Beispiel, dass es die Gastgeber selbst sind, die ihren Gästen etwas aus der Salpeterergeschichte mitteilen und dass dort Bücher über die Salpeterer ausliegen, die von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen, weil sie Liebhaber unter den Gästen gefunden haben.
Das Hotel trägt also nicht nur den Namen "Zum Salpeterer", es pflegt bewusst und sehr vielseitig die Verbindung zur Landschaft in unserem südwestlichen Schwarzwald und zum Hochrhein und ermöglicht den Gästen mit Hilfe entsprechender Angebote, sich über Land und Leute zu informieren.
Unter diesen Angeboten sind die Ausflugsfahrten mit dem Nostalgiebus, dem "Gelbfüßler" von Wilhelm Egle aus Görwihl, bei denen der Besuch des Heimatmuseums mit der Salpetersiederei gehört, zweifellos ein besonderer Höhepunkt.

Auch der zu den ältesten Gasthäusern der Region gehörende "Hirschen" in Dogern hat auf seiner Homepage eine Seite seiner Geschichte gewidmet. Wir erfahren, dass der Wirt des unteren Wirtshauses in Dogern, das heute "Hirschen" heißt, der Hans Brutschi, der 1729 starb, ein Anhänger des Salpeterer-Hans gewesen ist, und sich bei ihm eine Zentrale der Salpeterer befand (www.hirschen-dogern.de/geschichte).
Interessant ist eine Anmerkung, die sich auf einen Brand des Gasthauses im Jahre 1757 bezieht: "Obwohl von den Salpeterern öfter Branddrohungen ausgesprochen worden waren, soll hier nicht gesagt sein, die Wirtschaft sei angezündet worden." Das heißt also im Klartext: Brandstiftung lag nicht vor bzw. war nicht erwiesen.
Im Gasthaus "Hirschen" befindet sich auch ein Raum, der auf der Homepage als das "Museum" bezeichnet wird. Das Museum ist eher eine besonders groß geratene "Heimatstube" mit Erinnerungsstücken, von denen man auch auf der Homepage des Gasthauses einige sieht. Eine besondere Bewandtnis aber hat es noch heute mit diesem Raum, da er den gegenwärtigen "Einungsmeistern" als Versammlungsort dient. Hierzu erzählt der Wirt, Hans Peter Albiez, mir die folgende Geschichte:
Anlässlich der Jubiläumsfeiern "1000 Jahre Österreich und 625 Jahre Hauensteinische Einungen" im Jahre 1996 wollte das Organisationskomitee im Landkreis Waldshut auch die Einungsmeister auftreten lassen. Es fanden sich einige, mit der Heimatgeschichte vertrauten Männer, die, als Repräsentanten ihrer jeweiligen "Einungen" in zünftiger Tracht an den Festveranstaltungen teilnahmen. Diese Veranstaltungen, bei denen der Landrat unseres Landkreises als "Waldvogt" angesprochen wurde, habe dieser zum Anlass genommen, dieser Trachtengruppe von acht Einungsmeistern einen Revers auszustellen, und sie in ihrem Amt zu "bestätigen". Seither treffen sich diese Herren, von denen die meisten im Rentenalter sind, regelmäßig im Dogerner "Museum", wie das entsprechend gestaltete Nebenraum im Hirschen auch genannt wird. Neben einer alten "Einungslade" befindet sich auch ein von Meisterhand getischlerter Kasten vor dem Platz des "Redmannes", der als neue "Einungslade" dient.
Die Einungsmeister sieht man aus gegebenen Anlässen in ihren Trachten auch in der Öffentlichkeit.
Von den auf dieser Homepage vertretenen Heimatforschern gehört der Rektor i. R. Paul Eisenbeis zu dieser Gruppe. Er tritt dort als Einungsmeister der Einung Görwihl auf. Die Einung Murg ist durch Herrn Lüthy, dem ehemaligen Ratsschreiber von Murg, vertreten, der, wie im Beitrag über die Trachten, eine Tracht als Ausdruck von Heimatverbundenheit und eine Art "Herrenkleid" betrachtet.
Sogar eine eigene Homepage hat die Vereinigung der Einungsmeister unter der Bezeichnung www.habsburg.net ins Internet gestellt. Damit wurde zwar nicht der Anspruch verbunden, das Haus Habsburg zu vertreten, wohl aber werden in Verbindung mit den Fremdenverkehrsvereinen unserer Region für Feriengäste und andere Interessierte einige Aktivitäten angeboten.
Und was in diesem Zusammenhang die Salpeterer betrifft ein Hinweis von mir:
Im Jahre 1755 waren ehemals aktive Salpeterer mit ihren Angehörigen allesamt deportiert worden. Es ist 1757 kein Motiv für eine "Bestrafung" des Unteralpfener Tröndlin durch vielleicht noch heimliche Salpeterer-Sympathisanten erkennbar - auch wenn er der Sohn des Einungsmeisters Tröndlin war. Außerdem war dieser zu diesem Zeitpunkt, den Auskünften auf der Homepage folgend, bereits seit mehr als zwanzig Jahren Besitzer des "Hirschen". Die Salpeterer hätten den Hirschenwirt also eigentlich viel früher ärgern können. Das war aber offensichtlich nicht der Fall. Und was nach der Verbannung der Salpetererführer an Gefährdungen für die Ruhigen oder die Obrigkeiten im 18. und 19. Jahrhundert im Ländle geblieben sein mochte, das dürfte eher in der Gerüchteküche geboren worden sein, wie es Tobias Kies mit seinen Forschungen so treffend nachgewiesen hat.

Ein drittes Gasthaus ist der "Engel" in Buch, dessen Besitzer Maria und Julius Vogelbacher insofern in besonderer Weise auf die Salpeterergeschichte aufmerksam machen, als dort im Sommer 2005 Freilichtspiele unter der Überschrift: "Unser Dorf spielt Theater. Bühne frei für Salpeterer" stattfanden. Sie finden eine Besprechung dieses Ereignisses auf der Seite über Christa Kapfer auf der Homepage "salpeterer.net". Vgl. Sie bitte dazu auch die Seite auf der Homepage der Gemeinde Albbruck www.albbruck.de/salpeterer.htm.

Mehr Gasthäuser, als die hier genannten, die auf ihre Verbundenheit mit der Salpeterergeschichte verweisen, sind mit eigenen Homepages zurzeit noch nicht im Internet vertreten, obwohl sie bereits zur Salpetererzeit eine Bedeutung hatten..
Ich vermisse zum Beispiel eine Seite des Gasthauses "Adler" auf dem Görwihler Marktplatz, auf dessen Vorplatz einst die alljährliche Versammlung aller Einungsgenossen am St. Georgstag stattfand. Immerhin befindet sich im Untergeschoss dieses traditionsreichen Gasthauses der "Salpetererkeller", ein Treffpunkt für die Jugend. Auf ihn wird auf der Homepage der "Hotzenwald-Tourismus GmbH" (www.ruheforscher.de) hingewiesen.

Dass die Geschichte eines weiteres Hotels und Gasthauses, des "Bären" in Freiburg eng mit dem Salpeterer-Hans verknüpft ist, ist auf dieser Homepage erzählt, auf der Sie sich gerade befinden (Der Salpetererhans im Bären). Auf der Selbstdarstellung des Hotels findet sich bisher noch kein Hinweis auf diese historischen Ereignisse.

 

 

 

 

 

4.
Die Salpetergeschichte auf den Homepages von Gemeinden

Auf den Homepages mehrerer Gemeinden, finden sich Hinweise auf die Geschichte des Hotzenwaldes und die Salpeterer. Auf den Seiten der Gemeinde Herrischried (www.herrischried.de) wird zum Beispiel darüber informiert, dass der Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Niedergebisbach "zum Gedenken an die Salpeterer Zeit" nach Blasius Hottinger, einem der Anführer in den Salpetererunruhen, genannt wurde.

Damit setzte sich die Tradition fort, an die Salpeterer zu erinnern. Denn schon an Hans Fridolin Gerspach erinnert ein Gedenkstein, der in Bergalingen, einem Teilort der Gemeinde Rickenbach (www.rickenbach.de) vor Jahren gesetzt wurde.

Und auch in Albbruck befindet sich eine Gedenktafel für die dort 1739 hingerichteten Salpeterer.
Auf den Seiten der Gemeinde Albbruck (www.albbruck.de), zu denen heute Orte der ehemaligen Einung Birndorf gehören wie neben Birndorf, Buch, Unteralpfen, Etzwihl, finden sich Hinweise auf die Salpeterer wie zum Beispiel auf das o. g. Freilichtspiel "D´Salpeterer vo Buch".

Die Gemeinde Dachsberg kündigt an, später auf die Salpeterergeschichte eingehen zu wollen.

Auf den Seiten der Gemeinde Görwihl (www.goerwihl.de), auch zu dieser Gemeinde gehören Ortsteile die einst zu den Salpetererhochburgen zählten, kommen die Salpetererunruhen bisher nur indirekt in den Blick, denn es wird auf die Homepage verwiesen, auf der Sie sich jetzt befinden. Blättert man auf die Seite über das Heimatmuseum, wird die Salpetersiederei gezeigt, die zur Erinnerung an die Salpeterunruhen dort eingerichtet worden ist. Das dürfte weit und breit die einzige Nachbildung dieser bis in den Anfang des neunzehnten Jahrhunderts so (kriegs-) wichtigen Produktionsstätte sein.

Einen breiten Raum nimmt die Ortsgeschichte auf der Homepage der Gemeinde Dogern ein (www.dogern.de). Dogern war neben Görwihl eine der beiden zentralen Orte der Einungen in der Grafschaft Hauenstein in ihrer Eigenschaft als Selbstverwaltungskörperschaft ihrer Bewohner. In Görwihl kamen alljährlich am St. Georgstag am 23. April unter freiem Himmel beim Adlerwirtshaus alle wahlfähigen Einungsgenossen zusammen, um die neuen Einungsmeister und den Redmann zu wählen und sich die Rechenschaftsberichte über deren Amtsführung anzuhören. In Dogern war gleichsam der Verwaltungssitz der Einungen in der Grafschaft Hauenstein. Auf der Homepage lesen wir dazu: "Im Greifen (heute zur "Linde") wurden die Landschaftsakten in der Landeslade aufbewahrt, Und hier, später im "Hirschen", trafen sich allmonatlich die Einungsmeister zur Erledigung ihrer Geschäfte."
Auch auf die Salpetergeschichte wird kurz eingegangen und auf das Schicksal des Leontius Brutschi aus Dogern hingewiesen, der zu den fünf im Frühjahr 1739 hingerichteten Salpetererführern gehört hatte.

 

 

5.
Andere Formen der Erinnerung an die Salpeterer

 

Ich hatte in meinem Buch "Die Salpetererunruhen im Hotzenwald" bereits darauf hingewiesen, dass es Vereinigungen gibt, die in ihren Namen eine Verbindung zur Salpeterergeschichte herstellen. So gibt es in Birkingen die "Salpeterer Press Band", die sich unter der Webadresse www.salpeterer.com präsentiert. Klickt man den Link "Historie" an, erfährt man, dass die Band bereits 1982 begründet wurde und warum. Die Homepage ist recht eindrucksvoll gestaltet und Anfang Dezember 2004 erneuert worden. Ihre Botschaften richten sich vor allem an alle die, die sich gern am Fasnachtstreiben beteiligen. Und wenn man im Verzeichnis der in den Suchmaschinen angezeigten Salpetererseiten blättert, findet man überraschend viele Verweise auf die Homepage dieser Musikgruppe.
Ein Bezug zu den Salpetererereignissen wurde hergestellt, als die Autoren dieser Seiten ihren Namen begründeten. Nun liest sich alles verblüffend einfach: Diese Musikgruppe gab sich den Namen "Salpeterer", weil der letzte der religiösen Salpeterer Joseph Schupp bis 1936 in Birkingen zu Hause war und dessen Haus dort noch immer steht. Es ist sozusagen ein Denkmal an die Salpetererzeiten. Im Namen ihrer Gruppe wollen die Musiker also an die Salpeterer und hier besonders an das Salpetererhaus in Birkingen erinnern.
Ein Bezug auf die historischen Ereignisse, die Anliegen zum Beispiel der Salpeterer des achtzehnten Jahrhunderts wird also nicht hergestellt.
Diese Namensgebung hatte also im wahrsten Wortsinne "naheliegende" Motive und ist anzuerkennen. Wenn nun die Mitglieder dieser Musikergruppe sich selbst kurz "Salpeterer" nennen, dann, so meine ich, erhält diese Bezeichnung eine andere Bedeutung. "Salpeterer-Pressband" dahinter verbirgt sich nunmehr lediglich die Gemeinsamkeit des Namens. Eine politische, religiöse oder widerständige Beziehung ist nicht dahinter zu erkennen. Im Gegenteil: Die zahlreichen Bilder auf den Seiten der Salpeterer-Pressband verraten dem Betrachter, dass sich hier eine Vielzahl junger Menschen zusammenfand, um ihrem Alltag und dem Leben in ihrer Gemeinde fröhliche Glanzlichter aufzusetzen. Das sind die Ziele und das sind die Motive dieser "Salpeterer" in Birkingen.

Ein wenig anders sieht es aus, wenn man die Homepage der Narrenclique "Gaudihans" öffnet. Auf deren Seiten wird über das Leben dieses eigenwilligen Salpetereranführers, der im Herbst 1745 mit seinen Hotzenwälder Freunden Waldshut erstürmen wollte, Auskunft gegeben. Dieser Narrenverein in St. Blasien setzt also gleichsam ein recht lebendiges Denkmal für einen der bekanntesten Salpetereranführer aus Segeten, der wenige Jahre nach seiner Inhaftierung im Waldshuter Gefängnisturm dort verstarb. Die Anregung für diese Namensbezeichnung gab vor mehr als zwanzig Jahren kein geringerer als der Heimatschriftsteller Hans Matt-Willmat, wie wir auf der Homepage erfahren.

Auf ungewöhnlicher und der Öffentlichkeit weitgehend verborgener Art und Weise, haben "Salpeterer" und die Tradition hauensteinischer Selbstverwaltung in der weltweit verzweigten Vereinigung der "Schlaraffen" gefunden, die sich am Hochrhein etablierten. Hier ein Auszug aus den

"Statuten der Stiftungen Sacrodunums
in denen unter dem Abschnitt "Hotzengeschlecht" zu lesen ist:

Das "Hotzengeschlecht" stellt eine Ordensgemeinschaft dar. Die Aufnahme in das Hotzengeschlecht" bedeutet eine Anerkennung überdurchschnittlicher Verdienste für das Reych Sacrodonum. Die Zugehörigkeit ist durch die Tituln "Salpeterer", "Hotz", "Einungsmeister" bzw. "Redmann" gekennzeichnet und wird durch das Tragen des "Hotzenkragens" (mit Ausnahme der Salpeterer) zur Schau gestellt.
( www.sacrodunum.de/Vademecum_Statuten_der_stiftumgen.htm)

Die "Schlaraffen" sind eine Herrengesellschaft, die in sehr humoriger Weise an mittelalterliche Ritterbruderschaften anknüpfen und entsprechende Riten pflegen. Die Vereinigung der "Schlaraffen" ist sehr alt und, hier ähnlich den Rotariern oder dem Lyons-Club weltweit organisiert. Klaus Mann zum Beispiel berichtet in seinen Lebenserinnerungen (Wendepunkt, 1952, S. 426), dass er unter anderem 1938 vor den "Schlaraffen in Chicago" einen Vortrag gehalten und vor der Gefahr des deutschen Faschismus gewarnt habe.


In Albbruck hat sich eine Skatsportgruppe den Namen "Die Salpeterer" gegeben (Fundort: www.dskv.de) für die Günther Bernauer zeichnet. Dass auch in der "Narro-Zunft Waldshut 1411 e. V." der Salpeterer gedacht wurde, das lässt sich auf der Ehrentafel mit den Zunftmeistern der Narrenzunft erkennen. Der erst Zunftmeister amtierte von 1921 - 1925 und von 1929 - 1932 und hieß, wie der Salpeterer-Hans Hans Albiez. Er ist mit seinem Übernamen (Spitznamen) "Salpeterer Hannes" auf dieser Ehrentafel verewigt worden (narro-zunft-waldshut.info - 22.03.08).

In anderen Zusammenhängen finden Salpeterer ebenfalls kurz Erwähnung. So auf der Seite der Erinnerungsstätte an die Revolutionskämpfe der Jahre 1848/49 in Rastatt (www.erinnerungsstaedte-rastatt.de), auf der eine Rede Gustav Heinemanns wiedergegeben wird, die dieser Bundespräsident aus Anlass ihrer Einweihung dort am 26. Juni 1974 gehalten hat und in der er die "Salpeterer als Freiheitsbewegung" erwähnt. Und unter dem Stichwort "Rebellen und Kämpfer" sind die Salpeterer auch im "ABC der Volksüberlieferung" aufgeführt, die sich auf der Homepage "www.lebensraeume-var.de" genannt.

 

 

5.
Was sonst noch gefunden werden kann

Interessant ist, dass unter den ersten zwanzig Homepages, die Google zeigt, das "Projekt Historischer Roman" erscheint. Die Salpetererunruhen haben in diesem Projekt ihren Platz, weil der Geschichte des Karl von Möller: "Die Salpeterer. Ein Freiheitskampf deutscher Bauern." aus dem Jahre 1939 ein bibliographischer Hinweis gewidmet ist. Es finden sich darin interessante Quellenverweise auf Sekundärliteratur, in der diese Erzählung Erwähnung findet.
Dieses Projekt wurde im Institut für Germanistik der Universität Innsbruck durchgeführt. Verantwortlich zeichneten Kurt Habitzel, Günter Mühlberger und Georg Retti.
(http://www.uibk.ac.at/germanistik/histrom/cgi/wrapcgi.cgi?wrap_config=hr_bu_all.cfg&nr=42670 - 22.03.08).

Von der Internet - Edition www.gutenberg.net wurde eine Erzählung von Arthur Achleitner (erschienen vermutlich zwischen 1889 und 1895) eingestellt:
" Title: Im grünen Tann; Author: Arthur Achleitner; Release Date: November 20, 2004 [EBook #14105]The Project Gutenberg EBook of Im grünen Tann, by Arthur Achleitner. (www.gutenberg.org/etext/14105 - 22.03.08).
In dieser Erzählung schildert der Verfasser die Lebensbedingungen in Dörfern auf dem Wald und lässt in seiner konfliktreichen Geschichte an sagenumwobenen Orten, Gasthäusern und Bauerhöfen historische Begebenheiten aus der Anfangszeit bäuerlichen Widerstandes zu Beginn des neunzehnten Jahrhunderts (1805 u. a.) aufleben. Herrischried, Hogschür und Rickenbach stehen ebenso im Mittelpunkt, wie einige der aus den überlieferten Akten bekannten Salpetereranführer, der sogenannten "Aegidler". Wenn auch der historische Wert dieser alten Erzählung (allein der Dialekt scheint mit der damaligen Realität übereinzustimmen) gering ist, so vermittelt sie doch ein recht anschauliches Bild von den, schon von Viktor v. Scheffel erlebten Zuständen im Hauensteiner Schwarzwald".
Über diesen Journalisten und Buchautor vgl. die Informationen auf den Seiten von "Wikipedia" (http://de.wikipedia.org/wiki/Arthur_Achleitner- 22.03.08)!

Immer wieder mal gibt es Vorträge über die Salpererunruhen, die im Internet Erwähnung finden oder Ausflugsfahrten in den Hotzenwald, wobei ebenfalls der Salpeterer gedacht wird. So gab es z. B. im Juni 2004 eine Volkshochschulexkursion von Triberg aus in den "Hotzenwald auf den Spuren der Salpeterer... " oder im Juli 2004 einen Vortrag über den Hotzenwald unter der Überschrift: "Steine, Sitten und Salpeterer", der von der Erwachsenenbildungsstätte "Waldhof" in Freiburg angeboten wurde. Der Schwarzwaldverein Rickenbach veranstaltete im Jubiläumsjahr "750 Jahre Rickenbach" im Sommer 2007 eine Wanderung "Auf den Spuren der Salpeterer". Außerdem hielt der Heimatforscher Paul Eisenbeis aus gleichem Anlass im Herbst 2007 in Rickenbach einen Vortrag über die Salpetererunruhen. Derartige Veranstaltungen können als Beleg dafür genommen werden, dass der Hotzenwald allmählich in so enge Beziehung mit den Salpeterern gerät, dass irgendwann einmal beide zusammen "gedacht" werden.


In, so mein Eindruck, bemerkenswerter Weise, haben die historischen Ereignisse um die Salpeterer und ihre Anliegen aus dem achtzehnten Jahrhundert ihren Weg in das Internet gefunden. Die Art und Weise ihrer Präsentation erlaubt den Schluss, dass die jeweiligen Autoren recht unbefangen und meistens ohne wertende Kommentare auf sie hinweisen oder gar fragmentarisch einige Auskünfte geben. Die Salpeterer hat es gegeben und waren eine charakteristische Besonderheit in der Geschichte der Menschen in dieser Landschaft. Auf der Seite von "schwarzwald-tourismus" heißt es allerdings, "die Bewohner des Hotzenwaldes sind stolz auf ihre Vergangenheit".
Was erst noch nachzuweisen wäre.

 

 

Stand: 22.03.2008

Ich möchte aber alle diejenigen, die von informativen Seiten über die Salpetererunruhen im Hotzenwald etwas wissen, was hier keine Erwähnung fand, herzlich bitten, mich darauf hinzuweisen!
Hier noch einmal die Mailadresse:

j.rumpf@gmx.de

 

 

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