Schriften über die Salpeterer im Hotzenwald
Informationen über das Buch „Die Salpetererunruhen im Hotzenwald“

 

 

An das alte Handwerk des Salpeter-Siedens erinnert das Heimatmuseum in Görwihl, in dem eine alte Salpeterwerkstatt aufgebaut wurde. Unweit von Görwihl, in Buch, lebte anfangs der achtzehnten Jahrhunderts der Bauer und Salpeterer-Sieder Hans-Fridolin Albietz, den alle Menschen in der damaligen Grafschaft Hauenstein, den  Salpeterer-Hans nannten. Er wurde zum Anführer einer bäuerlichen Bewegung, die sich für die Bewahrung alter Rechte und Freiheiten einsetzte und allen Tendenzen, die sie nach ihrer Meinung darin schmälern wollten, Widerstand entgegensetzten.  Im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert machten diese „Salpeterer“, wie man sie nach ihrem Anführer nannte, ihren Zeitgenossen arg zu schaffen. Noch heute gehen die Meinungen darüber auseinander ob man die unruhigen Leute aus dem Hotzenwald als "umhervagabundierende Bauernhorden" oder als traditionsverbundene freiheitsliebende Bauern betrachten solle. Der Streit um die Salpeterer ist also noch nicht beendet. Seit mehr als dreißig Jahren sammele ich Schriften über die Salpeterer und führe eigene Untersuchungen durch. Bereits 1977 veröffentlichte die Zeitschrift "Badische Heimat" einen Teil meiner Arbeit über "Die Salpeterer des neunzehnten Jahrhunderts".

Längst sind alle die Bücher vergriffen, die früher über die Salpeterer geschrieben wurden. Es wurden aber inzwischen einige neue Forschungsarbeiten über die Salpeterer vorgelegt. Dies war der Anstoß dazu, erneut über die Ereignisse zu informieren, die als Salpetererunruhen oder "Salpetereraufstände" oder gar als "Salpetererkriege" die Heimatforscher beschäftigten. Darum legte der Axel-Dietrich-Verlag in Wolpadingen 1993 dieses Büchlein von mir zum ersten Mal vor. Der gut verständliche Text wendet sich an alle, die etwas über die Salpeterer erfahren möchten und darüber, wie unser Land besiedelt wurde, die Bewohner des Waldes ihre Angelegenheiten mit Hilfe der Einungsverfassung regelten und wie die Widerstandsbewegung der Salpeterer in unsere Geschichte einzuordnen ist.

Das Buch, das 1993 in nur eintausend Exemplaren auf den Markt kam,. war rasch vergriffen. Eine überarbeitete Neuauflage ist im August 2003 erschienen. Da auch diese Auflage nicht größer war, dauerte es nur kurze Zeit bis die Lieferungen an den Buchhandel wegen Ausverkaufs eingestellt werden mussten. Es sind aber im Heimatmuseum Görwihl, das jeden Sonn- und Feiertag von 14 - 16 Uhr geöffnet ist und in den Tourist-Informationen der Gemeinden Albbruck, Görwihl, Herrischried und Rickenbach vorläufig noch Exemplare erhältlich. Für alle Interessierte ist hier das Inhaltsverzeichnis wiedergegeben:

 

I         Einführung

1          II   Wie der Schwarzwald besiedelt wurde und eine freie Bauernschaft entstand

2          III  Die Einungen bilden sich heraus

3          IV Wie die Salpeterer versuchten, ihre alten Freiheiten zu bewahren

1.        Mit dem Widerstand des Salpeterer-Hans und seiner Freunde

       beginnt die erste Phase der Unruhen

2.        Über den Versuch, durch die Abschaffung der Leibeigenschaft,

       Ruhe in die Grafschaft zu bekommen

3.        Hans Fridlin Gersbach und seine Freunde wollen den Freikauf mit Hilfe des Landfahnens verhindern

4.        Es gärt weiter im Hauensteinischen Land

5.        Die Salpeterer wollen unter Führung des Eggbauern und Dr. Bergers ihre Heimat verteidigen

6.        Der Gaudihans führt die Salpeterer vor die Tore Waldshuts

7.        Die oberflächliche Befriedung der Grafschaft und

       die Verbannung von Salpeterern nach Ungarn

8.        Die Grafschaft nach den Salpetererunruhen

 

4          V  Salpeterer im neunzehnten Jahrhundert

1.      Salpeterer gegen den badischen Staat

2.      Salpeterer gegen katholische Kirche und Schule in Baden

3.      Die Salpeterer des neunzehnten Jahrhunderts

       und die revolutionären Bewegungen ihrer Zeit

 

5          VI Einige Bemerkungen zum Schluss

Literaturangaben

 

 

 

Anlässlich einer Lesung aus meinem Buch über „Die Salpetererunruhen im Hotzenwald“ fragte eine Besucherin, worin sich mein Buch von früheren, bereits erschienenen Arbeiten unterscheidet. Auf diese Frage kann kurz geantwortet und auf die Einführung gewiesen werden. Dort steht:

 

„… Ich hatte nicht die Absicht, eine historische Arbeit vorzulegen, die mit einer wissenschaftlichen Elle gemessen werden will. Forschungsarbeiten über die Salpetererbewegungen liegen bereits vor. … Wer aber das Görwihler Heimatmuseum besucht, dort eine Salpeter-Siederei kennen lernt und die ausliegenden Schriften über die Salpeterer anschaut oder wer sich sonst für Heimatgeschichte interessiert, der sollte sich kurz über das informieren können, was damals geschehen ist...“

 

... und zwar möglichst verständlich und ohne den in wissenschaftlichen Arbeiten anzutreffenden „Apparat“ wie zum Beispiel Zitierweisen, Fußnoten und Quellenangaben im laufenden Text. Dieser Verzicht erleichtert das Lesen, wenn, was Rezensenten inzwischen bestätigten, der Text auch stilistisch gut lesbar gefasst ist. „Wie ein Roman“ heißt es in der Überschrift zu einer Rezension in einer unserer Tageszeitungen. Dass es sich um eine Übertragung von Ergebnissen historisch-wissenschaftlicher Forschung handelt und insofern alle mitgeteilten Fakten von jedem kundigen Leser selbst auf ihre Richtigkeit überprüft werden können, das verraten die im Text eingestreuten Hinweise. Oder anders gesagt: Jede Leserin und jeder Leser erfährt, woher ich meine Kenntnisse über die Salpetererunruhen und alle anderen im Buch dargestellten historischen Gegebenheiten habe. Meine Quellen werden also, genau wie auf diesen Seiten, offen gelegt und es ist dem zu entnehmen, dass ich keine eigenen Forschungsergebnisse vortrage. Und alles das, was ich über die Ereignisse und ihre Rahmenbedingungen im achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert im Hauensteinischen beziehungsweise auf dem Hotzenwald erzähle, ist so geschrieben, dass es jeder ohne Mühe verstehen kann, der des Lesens mächtig ist. Und eben genau darin unterscheidet sich meine Darstellung von denen anderer Autoren. Denn wer das Buch von Emil Müller-Ettikon in die Hand nimmt oder die beiden Schriften über die Salpeterer von Jakob Ebner, wird unschwer feststellen müssen, dass diese nicht leicht lesbar sind. Diese Feststellung gilt zwar nicht für die exzellenten wissenschaftlichen Arbeiten von Günther Haselier, Thomas Luebke oder Tobias Kies, die ich alle drei als gut lesbar empfand. Doch sind sie, allein schon wegen ihres ausführlichen „wissenschaftlichen Apparats“ für alle die, die sich einfach nur mal informieren möchten, viel zu umfangreich.



Dieses Buch ist Ende 2010 in dritter Auflage im Schillinger-Verlag Freiburg erschienen. Es hat 149 Seiten und kostet 18,50  

Seit Juli 2004 war es vergriffen und im Buchhandel nicht mehr erhältlich.


Informationen über mich finden Sie unter "Lörrach" und "Grenzach" sowie auf der Homepage "www.rumpfs-paed.de"

 

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