Die Salpetererunruhen im Hotzenwald

          

Was über die Salpeterer im Internet zu finden ist

 

 

 

 

Salpetererseiten im WWW

 

 

Wer in einer Suchmaschine den Begriff "Salpeterer" eingibt, hat viele Homepages zur Auswahl auf denen "Salpeterer" oder auch nur "Salpeter" eine Rolle spielt. Von "Google" wurde im November 2004 die Anzahl 840 angezeigt.
Bei dem Suchbegriff "Salpetererunruhen" reduzierte sich die Zahl der anzeigbaren Seiten auf 40.Und wenn man gern etwas Näheres über die Salpeterer im Hotzenwald und was es mit ihnen auf sich hatte, erfahren möchte, dann schrumpfen die infrage kommenden Homepages auf einige wenige zusammen. Um das herauszufinden, muss aber nachgeschaut werden. Dann lässt sich bald registrieren, dass die Homepages, auf die von der Suchmaschine bereits auf der ersten Seite hingewiesen wird oder die am häufigsten erscheinen, durchaus nicht am umfassendsten über die Salpeterer Auskunft geben (Stand: 15. November 2004). Und unschwer findet der Interessierte bald heraus, dass zwischen Homepages auf denen die Salpeterer gleichsam nur Beiwerk sind und jenen, die sich ausschließlich oder in der Hauptsache den Salpeterern widmen, unterschieden werden muss. Zu diesen Letztgenannten ist die Homepage "Salpeterer.net", auf der Sie sich gerade befinden, liebe Besucherin, lieber Besucher, bis zur Stunde die umfangreichste und informativste. Allerding ist sie für diejenigen, die sich nur rasch einmal informieren möchten, viel zu differenziert und zu groß. Da empfiehlt es sich, wie auf der Begrüßungsseite bereits hingewiesen wurde, sich auf die Seiten
"www.salpeterer.info" von Herrn Markus Jehle aus Gurtweil (siehe auch weiter unten) zu begeben.
Die am häufigsten genannte aber ist die Homepage des Hotzenwälder Hotels "Zum Salpeterer" in Altenshwand, Gemeinde Rickenbach. Die treffen wir bei Google zum Beispiel noch auf der 15. Seite der Suchmaschine an, wenn wir den Begriff "Salpeterer" eingeben. Auf das Hotel hingewiesen wird auch indirekt über andere Seiten, wie zum Beispiel auf der Homepage der Gemeinde Rickenbach

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1.
Gasthäuser und die Salpeterergeschichte

Ich bleibe noch ein wenig auf der Homepage des Hotels "Zum Salpeterer" (www.hotel-salpeterer.de). Dort wird, und das hat mich sehr beeindruckt, tatsächlich viel über unsere Landschaft und einiges über die Salpeterer mitgeteilt. Der Besucher der Hotelseiten erfährt zum Beispiel, dass es die Gastgeber selbst sind, die ihren Gästen etwas aus der Salpeterergeschichte mitteilen und dass dort Bücher über die Salpeterer ausliegen, die von Zeit zu Zeit erneuert werden müssen, weil sie Liebhaber unter den Gästen gefunden haben.
Das Hotel trägt also nicht nur den Namen "Zum Salpeterer", es pflegt bewusst und sehr vielseitig die Verbindung zur Landschaft in unserem südwestlichen Schwarzwald und zum Hochrhein und ermöglicht den Gästen mit Hilfe entsprechender Angebote, sich über Land und Leute zu informieren. Unter diesen Angeboten sind die Ausflugsfahrten mit dem Nostalgiebus, dem "Gelbfüßler" von Wilhelm Egle aus Görwihl, zweifellos ein besonderer Höhepunkt.

Auch der zu den ältesten Gasthäusern der Region gehörende "Hirschen" in Dogern hat auf seiner Homepage eine Seite seiner Geschichte gewidmet. Wir erfahren, dass der Wirt des unteren Wirtshauses in Dogern, das heute "Hirschen" heißt, der Hans Brutschi, der 1729 starb, ein Anhänger des Salpeterer-Hans gewesen ist, und sich bei ihm eine Zentrale der Salpeterer befand (www.hirschen-dogern.de/geschichte).
Interessant ist eine Anmerkung, die sich auf einen Brand des Gasthauses im Jahre 1757 bezieht: "Obwohl von den Salpeterern öfter Branddrohungen ausgesprochen worden waren, soll hier nicht gesagt sein, die Wirtschaft sei angezündet worden." Das heißt also im Klartext: Brandstiftung lag nicht vor bzw. war nicht erwiesen.

Im Gasthaus "Hirschen" befindet sich auch ein Raum, der auf der Homepage als das "Museum" bezeichnet wird. Das Museum ist eher eine besonders groß geratene "Heimatstube" mit einigen Erinnerungsstücken, von denen man auch auf der Homepage des Gathauses einige sieht. Eine besondere Bewandnis aber hat es noch heute mit diesem Raum, da er den gegenwärtigen "Einungsmeistern" als Versammlungsort dient. Hierzu erzählt der Wirt , Hans Peter Albiez, mir die folgende Geschichte:

Anlässlich der Jubiläumsfeiern "1000 Jahre Österreich und 625 Jahre Hauensteinische Einungen" im Jahre 1996 wollte das Organisationskomitee im Landkreis Waldshut auch die Einungsmeister auftreten lassen. Es fanden sich einige, mit der Heimatgeschichte vertrauten Männer, die, als Repräsentanten ihrer jeweiligen "Einungen" in zünftiger Tracht an den Festveranstaltungen teilnahmen. Diese Veranstaltungen, bei denen der Landrat unseres Landkreises als "Waldvogt" angesprochen wurde, habe dieser zum Anlass genommen, dieser Trachtengruppe von acht Einungsmeistern einen Revers auszustellen, und sie in ihrem Amt zu "bestätigen". Seither treffen sich diese Herren, von denen die meisten im Rentenalter sind, regelmäßig im Dogerner "Museum", wie das entsprechend gestaltete Nebenraum im Hirschen auch genannt wird. Neben einer alten "Einungslade" befindet sich auch ein von Meisterhand getischlerter Kasten vor dem Platz des "Redmannes", der als neue "Einungslade" dient.
Die Einungsmeister sieht man aus gegebenen Anlässen in ihren Trachten auch in der Öffentlichkeit.
Von den auf dieser Homepage vertretenen Heimatforschern gehört der Rektor i. R. Paul Eisenbeis zu dieser Gruppe. Er tritt dort als Einungsmeister der Einung Görwihl auf. Die Einung Murg ist durch Herrn Lüthy, dem ehemaligen Ratsschreiber von Murg, vertreten, der, wie im Beitrag über die Trachten, eine Tracht als Ausdruck von Heimatverbundenheit und eine Art "Herrenkleid" betrachtet.

Und was in diesem Zusammenhang die Salpeterer betrifft ein Hinweis von mir:
Im Jahre 1755 waren ehemals aktive Salpeterer mit ihren Angehörigen allesamt deportiert worden. Es ist 1757 kein Motiv für eine "Bestrafung" des Unteralpfener Tröndlin durch vielleicht noch heimliche Salpeterer-Sympatisanten erkennbar - auch wenn er der Sohn des Einungsmeister Tröndlin war. Außerdem war dieser zu diesem Zeitpunkt, den Auskünften auf der Homepage folgend, bereits seit mehr als zwanzig Jahren Besitzer des Hirschen. Die Salpeterer hätten den Hirschenwirt also eigentlich viel früher ärgern können. Das war aber offensichtlich nicht der Fall. Und was nach der Verbannung der Salpetererführer an Gefährdungen für die Ruhigen oder die Obrigkeiten im 18. und 19. Jahrhundert im Ländle geblieben sein mochte, das dürfte eher in der Gerüchteküche geboren worden sein, wie es Tobias Kies mit seinen Forschungen so treffend nachgewiesen hat.

Ein drittes Gasthaus ist der "Engel" in Buch, dessen Besitzer Maria und Julius Vogelbacher insofern in besonderer Weise auf die Salpeterergeschichte aufmerksam machen, als dort im Sommer 2005 Freilichtspiele unter der Überschrift: "Unser Dorf spielt Theater. Bühne frei für Salpeterer" stattfinden werden. Bis heute fehlen noch Hinweise auf Inhalte oder Autoren. Ich bin neugierig, auf welche Weise sich diese angekündigten Aufführungen von denen der Freilichtbühne in Herrischried unterscheiden werden. Dort fand vor dem Klausenhof im vergangenen Sommer die Uraufführung des "Salpetrererhans" von Markus Manfred Jung statt und soll im kommenden Jahr wiederholt werden.
Anfang April 2005 erschienen auf den Seiten der Gemeinde Albbruck (www.albbruck.de/salpeterer.htm) die Hinweise auf das Theaterstück, die ich im Herbst 2004 noch vermisste. Auf eine schriftliche Anfrage vom 19. 02. 2005 hin, hatte mir freundlicher Weise Herr Munzert mitgeteilt, dass er mit der Organisation der Veranstaltung betraut sei. Noch war er am Anfang und konnte noch nichts Näheres sagen. Vor allem wusste er noch nichts über mögliche Inhalte.
Nun sieht es vom Titel her so aus, als mündete das Spiel in das Drama von der Verbannung der Salperererfamilien in das Banat und was alles diese Maßnahme begründete. Die erste Veranstaltung von elf terminierten, ist für Freitag, d. 15. Juli 2005 beim Gasthaus "Engel" in Buch vorgesehen.

 

Mehr Gasthäuser, als die hier genannten, die auf ihre Verbundenheit mit der Salpeterergeschichte verweisen, sind mit eigenen Homepages zurzeit noch nicht im Internet vertreten obwohl sie bereits zur Salpetererzeit eine Bedeutung hatten..
Ich vermisse zum Beispiel eine Seite des Gasthauses "Adler" auf dem Görwihler Marktplatz, auf dessen Vorplatz einst die alljährliche Versammlung aller Einungsgenossen am St. Georgstag stattfand. Immerhin befindet sich im Untergeschoss dieses traditionsreichen Gasthauses der "Salpetererkeller", ein Treffpunkt für die Jugend.


Dass die Geschichte eines weiteres Hotels und Gasthauses, des "Bären" in Freiburg eng mit dem Salpeterer-Hans verknüpft ist, ist auf dieser Homepage erzählt, auf der Sie sich gerade befinden /Der Salpetererhans im Bären). Auf der Selbstdarstellung des Hotels findet sich bisher noch kein Hinweis auf diese historischen Ereignisse.

 

 

2.
Salpeterergeschichte auf Websites

Ich deute nun auf Homepages, die über die Geschichte unserer Landschaft und / oder die der Salpeterer berichten. Da finden wir seit mehreren Jahren schon den viel versprechenden Titel "Salpeterer.de". Doch wer hier Forschungsergebnisse oder gar Quellen zur Salpeterergeschichte oder auch nur ausführlichere Darstellungen von Einzelthemen sucht, ist enttäuscht. Neben tabellarischen Übersichten mit Hauptdaten und kürzester Zusammenfassung einiger Ereignisse mit Hilfe eines Textes von Leopold Döbele ("Der Hotzenwald" 1955, S. 32-34), garniert mit den aus allen Geschichtsbüchern bekannten Abbildungen von Hotzenwäldern aus dem achtzehnten Jahrhundert, finden wir dort nichts. Und - noch einmal sei es gesagt - seit mehreren Jahren sind diese Seiten unverändert. Bei dem Link "Region" auf dieser Homepage tut sich gar nichts. Der Text auf der ersten Seite gibt einen Redeausschnitt des Bundespräsidenten Gustav Heinemann vom 13. Februar 1970 unvollständig wieder. Schade. Es handelt sich bei den Autoren dieser Homepage um den gleichen an der Geschichte des Hotzenwaldes interessierten Personenkreis, der die Homepage "uf den swartzen-walde" erarbeitet hat.

Diese Homepage mit dem Titel "uf den swartzen-walde" (www.uf-den-swartzen-walde.de - Kürzel: udsw) informiert sehr ausführlich, diefferenziert und informativ über die Schwarzwaldregion als Ferienlandschaft und weckt das Interesse des Salpeterer-Suchers mit dem Hinweis auf eine Seite über die Salpeterer, nämlich auf die eigenständige Homepage "salpeterer.de" , die aus der gleichen Quelle stammt und bereits seit mehereren Jahren unverändert im Internet angeboten wird.
Frank Joachim Ebner aus Albert, der u. a. Internetpräsentationen und -Marketing anbietet, hat dieses vielversprechende Vorhaben begonnen. Ihm mangelt es aber gegenwärtig leider an Zeit und Mitarbeitern, um das Projekt fortzusetzen. Durch seinen Umzug an den Bodensee ist außerdem die Distanz zum Hotzenwald, den er sehr mag, wie er mir schrieb, größer geworden. Vermutlich verband sich mit dem Ortswechsel auch der des Arbeitsplatzes mit den entsprechenden zeitfressenden Anforderungen.
Es bleibt zu hoffen, dass die positiven Initiativen von diesem Träger eines bekannten und vertrauten Namens in unserer Landschaft, erfolgreich weitergeführt werden können.

Etwas mehr können Besucher auf der Seite der Familie Jehle ("Jehle" ist ebenfalls ein seit vielen Generationen überlieferte Familienname hierzulande) aus Gurtweil über die Salpeterer erfahren. Nicht nur über die Einungen im Hotzenwald im achtzehnten Jahrhundert wird Auskunft gegeben. Auch eine von mir als recht nützlich empfundene tabellarische Übersicht der Ereignisse um die Salpeterer kann zu Rate gezogen werden. Hinter dem Link "Die Salpetereraufstände" verbergen sich Texte aus der Broschüre"Die Grafschaft Hauenstein in Vorderösterreich" und aus einem Aufsatz von Karl-Friedrich Wernet (vgl. dazu das Literaturverzeichnis). Wir finden weiter unter der Überschrift "Die Stimme des Wälders" Ausschnitte aus dem nur noch antiquarisch erhältlichen Buch von Emil Müller-Ettikon über die Salpeterer. Ich denke, dass die Bilder von der Burgruine Hauenstein und andere Aufnahmen, die Markus Jehle auf seiner Seite veröffentlicht, recht gut zur Geschichte unserer Heimat passen.
Das Hauptinteresse der Seiten von Markus Jehle gehört der Erforschung und Darstellung der eigenen Familiengeschichte und der Raumschaft Gurtweil. So gewinnt jeder, der ebenfalls an derartigen historischen Details und den sich aus der Genealogie der Jehles ablesbaren Zusammenhängen interessiert ist, wertvolle Informationen.
Seit Dezember 2004 ist von Markus Jehle, zu dessen Steckenpferden die Ahnenforschung und die Heimatgeschichte gehören, nun auch die Informationsseite über die Salpeterer erarbeitet worden. Ich habe auf der Begrüßungsseite bereits einen entsprechender Link eingefügt.

Die Suchmaschine Google führt unter dem Suchwort Salpeterer auch auf die Homepage mit dem Namen "schwarzwald.net", die von Philo Phax & Redaktionsbüro Lohberg & Pixelsucht verantwortet wird. Dort findet sich unter der Überschrift "Ein einig Land: Das Ende der Geschichte" ein Absatz in dem kurz über den Salpeterer-Hans, der "sich mutig für altverbürgte Freiheiten" einsetzte, berichtet wird. Im Übrigen werben diese Seiten für Urlaubsziele im Schwarzwald. Der Hotzenwald ist nur durch St. Blasien vertreten. Die Hauptorte der ehemaligen Einungen wie zum Beispiel Rickenbach, Herrischried oder Görwihl fehlen.

 

 

 

 

3.
Die Salpetergeschichte auf den Homepages von Gemeinden

Auf den Homepages mehrerer Gemeinden, finden sich Hinweise auf die Geschichte des Hotzenwaldes und die Salpeterer. Auf den Seiten der Gemeinde Herrischried (www.herrischried.de) wird zum Beispiel darüber informiert, dass der Platz vor dem Feuerwehrgerätehaus in Niedergebisbach "zum Gedenken an die Salpeterer Zeit" nach Blasius Hottinger, einem der Anführer in den Salpetererunruhen, genannt wurde.

Damit setzte sich die Tradition fort, an die Salpeterer zu erinnern. Denn schon an Hans Fridolin Gerspach erinnert ein Gedenkstein, der in Bergalingen, einem Teilort der Gemeinde Rickenbach vor Jahren gesetzt wurde.

Und auch in Albbruck befindet sich eine Gedenktafel für die dort 1739 hingerichteten Salpeterer.
Auf den Seiten der Gemeinde Albbruck (www.albbruck.de), zu denen heute Orte der ehemaligen Einung Birndorf gehören wie neben Birndorf, Buch, Unteralpfen, Etzwihl, finden sich Hinweise auf die Salpeterer wie auf das o. g. Freilichtspiel "D´Salpeterer vo Buch".

Die Gemeinde Dachsberg kündigt an, später auf die Salpeterergeschichte eingehen zu wollen.

Auf den Seiten der Gemeinde Görwihl (www.goerwihl.de), auch zu dieser Gemeinde gehören Ortsteile die einst zu den Salpetererhochburgen zählten, kommen die Salpetererunruhen bisher nur indirekt in den Blick. Blättert man auf die Seite über das Heimatmuseum, wird die Salpetersiederei gezeigt, die zur Erinnerung an die Salpeterunruhen dort eingerichtet worden ist. Das dürfte weit und breit die einzige Nachbildung dieser bis in den Anfang des neunzehnten Jahhunderts so (kriegs-) wichtigen Produktionsstätte sein.

Einen breiten Raum nimmt die Ortsgeschichte auf der Homepage der Gemeinde Dogern ein. Dogern war neben Görwihl eine der beiden zentralen Orte der Einungen in der Grafschaft Hauenstein in ihrer Eigenschaft als Selbstverwaltungskörperschaft ihrer Bewohner. In Görwihl kamen alljährlich am St. Georgstag am 23. April unter freiem Himmel beim Adlerwirtshaus alle wahlfähigen Einungsgenossen zusammen, um die neuen Einungsmeister und den Redmann zu wählen und sich die Rechenschaftsberichte über deren Amtsführung anzuhören. In Dogern war gleichsam der Verwaltungssitz der Einungen in der Grafschaft Hauenstein. Auf der Homepage lesen wir dazu: "Im Greifen (heute zur "Linde") wurden die Landschaftsakten in der Landeslade aufbewahrt, Und hier, später im "Hirschen", trafen sich allmonatlich die Einungsmeister zur Erledigung ihrer Geschäfte."
Auch auf die Salpetergeschichte wird kurz eingegangen und auf das Schicksal des Leontius Brutschi aus Dogern hingewiesen, der zu den fünf im Frühjahr 1739 hingerichteten Salpetererführern gehört hatte.

 

 

 

4.
Andere Formen der Erinnerung an die Salpeterer

Ich hatte in meinem Buch "Die Salpetererunruhen im Hotzenwald" bereits darauf hingewiesen, dass es Vereinigungen gibt, die in ihren Namen eine Verbindung zur Salpeterergeschichte herstellen. So gibt es in Birkingen die "Salpeterer Press Band", die sich unter der Webadresse www.salpeterer.com präsentiert. Klickt man den Link "Historie" an, erfährt man, dass die Band bereits 1982 begründet wurde und warum. Die Homepage ist recht eindrucksvoll gestaltet und Anfang Dezember 2004 erneuert worden. Ihre Botschaften richten sich vor allem an alle die, die sich gern am Fasnachtstreiben beteiligen.
Ein Bezug zu den Salpetererereignissen wurde hergestellt, als die Autoren dieser Seiten ihren Namen begründeten. Nun liest sich alles verblüffend einfach: Diese Musikgruppe gab sich den Namen "Salpeterer", weil der letzte der religiösen Salpeterer Joseph Schupp bis 1936 in Birkingen zu Hause war und dessen Haus dort noch immer steht. Es ist sozusagen ein Denkmal an die Salpetererzeiten. Im Namen ihrer Gruppe wollen die Musiker also an die Salpeterer und hier besonders an das Salpetererhaus in Birkingen erinnern.
Ein Bezug auf die historischen Ereignisse, die Anliegen zum Beispiel der Salpeterer des achtzehnten Jahrhunderts wird also nicht hergestellt.
Diese Namensgebung hatte also im wahrsten Wortsinne "naheliegende" Motive und ist anzuerkennen. Wenn nun die Mitglieder dieser Musikergruppe sich selbst kurz "Salperer" nennen, dann, so meine ich, erhält diese Bezeichnung eine andere Bedeutung. "Salpeterer-Pressband" dahinter verbirgt sich nunmehr lediglich die Gemeinsamkeit des Namens. Eine politische, religiöse oder widerständige Beziehung verbirgt sich nicht dahinter. Im Gegenteil: Die zahlreichen Bilder auf den Seiten der Salpeterer-Pressband verraten dem Betrachter, dass sich hier eine Vielzahl junger Menschen zusammenfanden, um ihrem Alltag und dem Leben in ihrer Gemeinde fröhliche Glanzlichter aufzusetzen. Das sind die Ziele und das sind die Motive dieser "Salpeterer" in Birkingen.

Ein wenig anders sieht es aus, wenn man die Homepage der Narrenclique "Gaudihans" öffnet. Auf deren Seiten wird über das Leben dieses eigenwilligen Salpetereranführers, der im Herbst 1745 mit seinen Hotzenwälder Freunden Waldshut erstürmen wollte, Auskunft gegeben. Dieser Narrenverein in St. Blasien setzt also gleichsam ein recht lebendiges Denkmal für einen der bekanntesten Salpetereranführer aus Segeten, der wenige Jahre nach seiner Inhaftierung im Waldshuter Gefängnisturm dort verstarb.Die Anregung für diese Namensbezeichnung gab vor mehr als zwanzig Jahren kein geringerer als der Heimatschriftsteller Hans Matt-Willmat, wie wir auf der Homepage erfahren.

Auf ungewöhnlicher und der Öffentlichkeit weitgehend verborgener Art und Weise, haben "Salpeterer" und die Tradition hauensteinischer Selbstverwaltung in der weltweit verzweigten Vereinigung der "Schlaraffen" gefunden, die sich am Hochrhein etablierten. Hier ein Auszug aus den
"Statuten der Stiftungen Sacrodunums
in denen unter dem Abschnitt "Hotzengeschlecht" zu lesen ist:

Das "Hotzengeschlecht" stellt eine Ordensgemeinschaft dar. Die Aufnahme in das Hotzengeschlecht" bedeutet eine Anerkennung überdurchschnittlicher Verdienste für das Reych Sacrodonum. Die Zugehörigkeit ist duchrch die Tituln "Salpeterer", "Hotz", "Einungsmeister" bzw. "Redmann" gekennzeichnet und wird durch das Tragen des "Hotzenkragens" (mit Ausnahme der Salpeterer) zur Schau gestellt.

Quelle: www.sacrodunum.de/Vademecum_Statuten_der_stiftumgen.htm

Die "Schlaraffen" sind eine Herrengesellschaft, die in sehr humoriger Weise an mittelalterliche Ritterbruderschaften anknüpfen und entsprechende Riten pflegen. Die Vereinigung der "Schlaraffen" ist sehr alt und, hier ähnlich den Rotariern oder dem Lyons-Club weltweit organisiert. Klaus Mann zum Beispiel berichtet in seinen Lebenserinnerungen (Wendepunkt, 1952, S. 426),dass er unter anderem 1938 vor den "Schlaraffen in Chicago" einen Vortrag gehalten und vor der Gefahr des deutschen Faschismus gewarnt habe.

In Albbruck hat sich eine Skatsportgruppe den Namen "Die Salpeterer" gegeben (Fundort: www.dskv.de) für die Günthet Bernauer zeichnet. Dass auch in der "Narro-Zunft Waldshut 1411 e. V." der Salpeterer gedacht wird, das lässt auf der Ehrentafel mit den Zunftmeistern der Narrenzunft dessen erster Zunftmeister erkennen. Dieser Zunftmeister amtierte von 1921 - 1925 und von 1929 - 1932 und hieß, wie der Salpeterer-Hans Hans Albiez. Er ist mit seinem Übernamen (Spitznamen) "Salpeterer Hannes" auf dieser Ehrentafel verewigt worden.

In anderen Zusammenhängen finden Salpeterer ebenfalls kurz Erwähnung. So auf der Seite der Erinnerungsstätte an die Revolutionskämpfe der Jahre 1848/49 in Rastatt (www.erinnerungsstaedte-rastatt.de), auf der eine Rede Gustav Heinemanns wiedergegeben wird, die dieser Bundespräsident aus Anlass ihrer Einweihung dort am 26. Juni 1974 gehalten hat und in der er die "Salpeterer als Freiheitsbewegung" erwähnt. Und unter dem Stichwort "Rebellen und Kämpfer" sind die Salpeterer auch im "ABC der Volksüberlieferung" aufgeführt, die sich auf der Homepage "www.lebensraeume-var.de" genannt.

 

 

 

5.
Was sonst noch gefunden werden kann

Interessant ist, dass unter den ersten zwanzig Homepages, die Google zeigt, das "Projekt Historischer Roman" erscheint. Die Salpetererunruhen haben in diesem Projekt ihren Platz, weil der Geschichte des Karl von Möller: "Die Salpeterer. Ein Freiheitskampf deutscher Bauern." aus dem Jahre 1939 ein bibliographischer Hinweis gewidmet ist. Es finden sich darin interessante Quellenverweise auf Sekundärliteratur, in der diese Erzählung Erwähnung findet.
Dieses Projekt wurde im Institut für Germanistik der Universität Innsbruck (1997 bis 2002?) durchgeführt. Verantwortlich zeichneten Kurt Habitzel, Günter Mühlberger und Georg Retti.

Immer wieder mal gibt es Vorträge über die Salperererunruhen, die im Internet Erwähnung finden oder Ausflugsfahrten in den Hotzenwald, wobei ebenfalls der Salpeterer gedacht wird. So gab es z. B. im Juni 2004 eine Volkshoschulexkursion von Triberg aus in den "Hotzenwald auf den Spuren der Salpeterer... " oder im Juli 2004 einen Vortrag über den Hotzenwald unter der Überschrift: "Steine, Sitten und Salpeterer", der von der Erwachsenenbildungsstätte "Waldhof" in Freiburg angeboten wurde Beide können als Beleg dafür genommen werden, dass der Hotzenwald alölmählich in so enge Beziehung mit den Salpeterern gerät, dass irgendwann beide zusammen "gedacht" werden.

Hinweise auf die Salpetererunruhen ohne nähere Erläuterungen finden sich auch in einer Notiz auf der Homepage www.beepworld.de unter "Gretels kleine Welt / Schwarzwald oder im Lexikon "www.netzwelt.de".

Warum wird die Seite der Stadt Gerlingen bei dem Suchbegriff "Salpeterer" aufgerufen? Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass in der Ortsbeschreibung der Begriff "Salpeterer" vorkommt. Es heißt darin, dass gegenüber der Gartenstraße 1 am Gerlinger Marktplatz heute noch das "Haus des Salpeterers" zu sehen ist. Hier lässt sich, selten genug, die Existenz dieses Gewerbes am Hausnamen belegen, wie wir das selbstverständlich von anderen Handwerken und Gewerben an Gebäuden aus früheren Jahrhunderten kennen. So, wie die Salpeterer-Werkstatt im Heimatmuseum in Görwihl an dieses ausgestorbene Handwerk erinnert, so also auch in Gerlingen das Haus des Salpeterers.

Es gibt unter den vielen Homepages, die bei dem Stichwort "Salpeterer" auf den Seiten der Suchmaschine erscheinen, eine Vielzahl mit Inhalten, die gar nicht direkt mit der Salpetergeschichte zu tun haben. Ich denke da an Lexikonartikel über das Salpeter und die Salpetergewinnung. Auf diese und andere Homepages, die dem interessierten Surfer über die Salpeterer nichts substantiell Neues mehr mitzuteilen haben, gehe ich nun nicht mehr ein.

Stand: 06.01.2006

Ich möchte aber alle diejenigen, die von informativen Seiten über die Salpetererunruhen im Hotzenwald etwas wissen, was hier keine Erwähung fand, herzlich bitten, mich darauf hinzuweisen!
Hier noch einmal die Mailadresse:

j.rumpf@gmx.de

 

 

 

             

 

 

 

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