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Über die Salpeterer im Hotzenwald

Historiker und Heimatforscher

 

Rudolf Metz
aus Karlsruhe

 

Einige Daten aus dem Leben von Rudolf Metz

Geburtstag: 4. Juni 1923 in Karlsruhe

Abitur 1942 in Freiburg

Kriegsdienst an der Ostfront und in der Normandie 1942 - 1944

Verwundet 1944 und in englischer Kriegsgefangenschaft bis 1948

Studienbeginn an der Universität Freiburg 1948

Promotion bei Prof. Dr. Hans Schneiderhöhn in Freiburg 1952

anschließend Assistent am Mineralogischen Institut in Freiburg
und Arbeiten im Rahmen einer Förderung durch die Deutsche
Forschungsgemeinschaft mit petrographischen und lagerstätten-
kundlichen Themen bis 1958

Mitarbeiter am Institut für Geologie der Technischen Hochschule /
Universität Karlsruhe ab 1958

Habilitation 1971 und Professur 1983 an der Uni Karlsruhe

Eintritt in den Ruhestand 1988 und Tod am 18. 10, 1991

 

 

 

 

Eine Geschichte der Salpetererunruhen hat auch Rudolf Metz vorgelegt. In seinem umfangreichen Buch über die "Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes mit Exkursionen besonders in dessen alten Bergbaugebieten", das beim Moritz Schauenburg Verlag in Lahr 1980 erschien, hat er in der Tat einen, wie es im Begleittext hieß, "neuartigen geologisch-landeskundlichen Führer" erarbeitet. Das "Neuartige" sind die Informationen über den Hotzenwald, die nicht im engeren Sinne mit seiner Geologie, Morphologie oder anderen, für Freunde der Mineralogie und Geologie interessierende Gegenstände zu tun haben. Ein an politischer, sozialer und Wirtschaftsgeschichte interessierter Leser wird unter dem Buchtitel nicht gleich vermuten, was er dann findet. Sowohl der Landeskundliche Überblick, der Landesgeschichtliche Überblick als auch die Wirtschafts- und Verkehrsgeschichte im Hotzenwald und am Hochrhein erstaunen in ihrer Detailtreue.
Im Kapitel über "Die Salpetererunruhen im Hotzenwald" (S. 286 - 327) gibt Metz Auskunft und verweist dabei auf Akten, die in den Archiven in Karlsruhe, Innsbruck und Wien vorhanden seien, sowie auf die Autoren Josef Bader, Josef Lukas Meyer, Heinrich Hansjakob, Jakob Böser, Jakob Ebner und Günther Haselier(S.327).

Etwas Neues, zum Beispiel Ergebnisse eigener Forschungen, hat er nicht mitzuteilen. Insofern kann man dieses Kapitel als eine Zusammenfassung der Ergebnisse der bis dahin vorliegenden Veröffentlichungen über die Salpetererbewegungen vom Beginn an bis zu Ihrem Erlöschen im zwanzigsten Jahrhundert betrachten.

Mit der Übernahme von Arbeitsergebnissen anderer Historiker besteht, wie stets bei dieser Arbeitsweise, die Gefahr auch deren Irrtümer und Interpretationen weiterzutragen. Schaut man genau hin, so ist das auch bei Friedrich Metz der Fall, wenn er zum Beispiel den Anwalt der Salpeterer Johann Caspar Berger "Dr." nennt und dessen Auftreten in jener Zeit damit enden lässt, dass er "bald danach gestorben sei" und dass seine Witwe "nach der Verhaftung ihres Mannes mittellos nach Freiburg ging" (S. 319).

Auf eine Bewertung der Salpeterer verzichtet Rudolf Metz.

Rudolf Metz bildet insofern eine Ausnahme unter all jenen, die über die Salpetererunruhen schrieben oder Forschten, da er kein Historiker i. e. Sinne war. Sein Arbeitsgebiet war, er starb am 18. Oktober 1991, das der Geologie und Morphologie. In diesem Fachgebiet promovierte er 1952 an der Universität Freiburg, wo er dann als Assistent am Mineralogischen Institut arbeitete. 1958 wechselte der am 4. Juni 1923 in Karlsruhe geborene an die damalige TH in seiner Geburtsstadt. Als Professor (seit 1983) an der Universität Karlsruhe trat er 1988 in den Ruhestand.

Der Name "Metz" ist den Historikern und Geographen wohl vertraut. War doch Friedrich Metz, der Vater von Rudolf, in den dreißiger Jahren des neunzehnten Jahrhunderts ein weithin bekannter Wissenschaftler, der von 1936 bis 1938 Rektor an der Universität Freiburg gewesen war.

Sein Schulfreund und Studienkollege Prof. Dr. Rolf Stellrecht widmete ihm einen Nachruf in der Zeitschrift "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereins und würdigt darin den unermüdlichen Arbeitseifer des Verstorbenen. "Rudi Rastlos" habe man ihn am Institut anerkennend-frozzelnd genannt" weiß Stellrecht zu berichten. Er verweist auf die zahlreichen Exkursionen für seine Freunde, auf die reichlich mit Dias ausgeschmückten Vorträge und die sportlichen Freizeitambitionen wenn er schreibt, dass Metz zum Ausgleich "noch manche Tanzfigur mit seiner Frau zusammen auf dem Eis drehte". Dass Rudolf Metz neben seiner geologischen auch historische Arbeiten verfasste, das zeigt das dem Nachruf beigefügte Schriftenverzeichnis. Dass es sich hierbei um Arbeiten im Umfeld seines Arbeitsgebietes handelt, wie u. a. eine Geschichte des Bergbaus im Schauinsland (1966), versteht sich von selbst.

Es ist ja die umfangreich und detaillierte "Geologische Landeskunde des Hotzenwaldes"mit den zahlreichen historischen Texten, auf die hier besonders abzuheben ist.Dass seine "Geologische Landeskunde" des Markgräfler Landes von ihm nicht mehr fertig gestellt werden konnte, ist sehr zu bedauern.

 


Literatur
Müller, Gerhard: Rudolf Metz. In:
Der Aufschluss 4, / Jg. 43 Juli/August 1992. Zeitschrift für die Freunde der Mineralogie und Geologie.
Hrsg.: Vereinigung der Freunde der Mineralogie und Geologie (VFMG) e. V.
Heidelberg, S. 193 - 194. Diesem Nachruf ist das Foto von Rudolf Metz entnommen

Stellrecht, Rolf:
Rudolf Metz. In:
Oberrheinischer Geologischer Verein
Jahresberichte und Mitteilungen
N. F. Bd. 75 / 1995, S. 19 - 26

Eine Anmerkung hierzu:
Ein herzliches Dankeschön an die Bibliothekarin Frau V. Scheuring - Jenni des Geologischen paläontologischen Instituts der Universität Basel! Hatte sie mir doch (obwohl keine Sprechzeit war) den betreffenden Jahresband aus den Beständen herausgesucht und mir ermöglicht, die betreffenden Seiten zu kopieren. Sie hielt dieses Entgegenkommen für selbstverständlich. Ich nicht. Noch einmal: Danke!

 

 

 

 

 

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