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Über die Salpetererunruhen im Hotzenwald

 

Forschungsarbeiten

 

 


Günther Haselier

Die Streitigkeiten der Hauensteiner mit ihren Obrigkeiten

 

 

Dieses Buch ist als zweiter Band der "Quellen und Forschungen zur Siedlungs- und Volkstumsgeschichte der Oberrheinlande" 1940 in Karlsruhe erschienen. Die Reihe wurde von Friedrich Metz, Karl Stentzel und Paul Wentzke herausgegeben. Haseliers Arbeit ist, wie er in seinem Vorwort bemerkt, von dem Freiburger Historiker Gerhard Ritter angeregt worden und wurde von der philosophischen Fakultät dieser Universität als Dissertation angenommen.

Ich meine, dass die Abhandlung in geradezu vorbildlicher Weise Zeugnis von dem hohen Stand historischer Forschung und ihrer Methoden unter der Ägide Gerhard Ritters ablegt. Sie ist von den älteren Forschungsarbeiten über die Salpetererunruhen, diejenige, die am ehesten jene Maßstäbe erfüllt, die ich in der Einleitung zu diesem Teil genannt habe. Und wenn ich gerade bei wertenden Anmerkungen bin: Nehmen wir die beiden Dissertationen von David Luebke und Tobias Kies hinzu, dann verfügen wir heute über detaillierte und umfangreiche Kenntnisse über die Salpeterergeschichte und ihrer Rahmenbedingungen, die uns in objektiver Weise über diese Thematik informieren.

 

Zum Aufbau der Arbeit (aus dem Inhaltsverzeichnis)

 


I. Die Verfassung der Grafschaft Hauenstein zu Anfang des 18. Jahhunderts

II. Die Verfassungsentwicklung in der Grafschaft Hauenstein 1648 bis 1725

III Die Unruhen in der Grafschaft Hauenstein seit 1726

S. 3

S. 42

S. 57


a) Die Bewegung bis zu Albiez´Reise nach Wien

b) Albiez´ Reise nach Wien und die Entwicklung der Verhältnisse bis zu seiner Gefangennahme

c) Von Albiez´ Gefangennahme bis zur Huldigung für Abt Franziskus

d) Von der Huldigung für Abt Franziskus bis zum Tode Albiez´

e) Von Albiez´ Tod bis zum Eintreffen der ersten kaiserlichen Hofkommission

f) Die Tätigkeit der Hofkommission bis zum Beginn des Gravatorialprozesses

g) Der Gravatorialprozess der Grafschaft Hauenstein gegen das Kloster St. Blasien

h) Die Maßnahmen zur Liquidierung der Unruhen 1728 bis 1734

i) Die Ausbildung einer neuen Ideologie der Hauensteiner bis zu den Verhandlungen über den Loskauf von der Eigenschaft

j) Der Loskauf der Hauensteiner von den Fallbarkeit 1738 bis 1743

k) Der weitere Verlauf der Unruhen bis zum Eintreffen der zweiten Hofkommission 1739

l) Die Überwindung der Krise im März 1739 und ihr Nachwirken bis in die Zeit des österreichischen Erbfolgekrieges

m) Die Ausreifung der hauensteinischen Autonomieforderung bis zur Inbesitznahme der Grafschaft durch Bayern

n) Die Unruhe in der Grafschaft als national-österreichische Erhebung

o) Die Fortdauer der Unruhe in der Grafschaft bis zum Beginn der Kommissionszeit

p) Die Zeit der kaiserlichen Kommissionen in der Grafschaft Hauenstein und der Untergang der hauensteinischen Selbstverwaltung

q) Die Liquidation der Unruhen

 


Schluss

Quellen- und Literaturverzeichnis

Anmerkungen

Zur Schlussbetrachtung

S. 117

S. 124

S. 127

S. 223

 

Allein die hier beispielhaft wiedergebene Gliederung des dritten, des Hauptkapitels, ermöglicht bereits eine erste Orientierung, da sie auf die jeweils zentralen Aussagegehalte verweist. Selbst wenn mit der Charakterisierung der Unruheperiode von 1744/45 als einer "national-österreichischen Erhebung" eine Würdigung ausgesprochen ist, die sich bei späteren Historikern so nicht mehr findet, macht diese Überschrift neugierig. Mit Hilfe des Archivmaterials weist Haselier nach, dass Dr. Berger und die Salpeterer um den Eggbauern, folgt man den jeweiligen Bekundungen, tatsächlich darum ging, die Grafschaft Hauenstein gegen eine erneute Besetzung durch die Franzosen zu schützen. Die hier mit ihren Überschriften genannten Kapitel sind übrigens von ihrem jeweiligen Umfang her relativ gering und umfassen jeweils zwischen zwei und höchstens vier Seiten. Insofern sind die einzelnen Etappen der Unruhen von 1926 bis zu ihrer Beendigung durch Zwangsumsiedlung von Salpetererfamilien nach Ungarn kurz und knapp dargestellt worden.

Besonders zu würdigen sind die Ausführungen der historischen und aktuellen Rahmenbedingungen, die sich auf die Inhalte, den Verlauf und die sich wandelnden Intentionen der Salpeterer und ihrer Anhängerschaft auswirken.

Als sehr hilfreich empfand ich den ausführlichen Anmerkungsapparat. Das Buch hat 224 Textseiten. Davon sind 97 Seiten den Anmerkungen gewidmet, unter denen sich eine Fülle an Zitaten und Dokumenten befinden, deren Fundstellen jeweils genau angegeben sind und die dem interessierten Leser wertvolle ergänzende Informationen anbieten.Für mich ist das ein Beispiel dafür, wie gut sich Dissertationen für eine möglichst zuverlässige Darstellung historischer Ereignisse eignen, da sie in der Regel strengen methodischen Auflagen unterliegen. Das lässt sich zusätzlich am Beispiel der auf dieser Homepage besprochenen Arbeiten von David Luebke und Tobias Kies belegen.

 

 
 
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